The beginning is a very delicate time

23. Oktober 2008 · 11:00
von OJ

Irgendwo habe ich noch den Zettel, auf den ich im Herbst 2004 die Worte „truckers in space“ schrieb, als ich bei einer Schulung in einer badischen Kleinstadt abends im Hotelzimmer saß. Das war eine Idee, die ich nur so am Rande notierte, denn wozu sollte ich als Anfänger bitte ein Science-Fiction-Drehbuch in Deutschland schreiben? Wer sollte das denn verfilmen wollen?

Aber ich mochte die Idee trotzdem: Raumfahrt, die schon alltäglicher ist und von weniger ausgebildeten Leuten durchgeführt wird als die derzeitigen Space-Shuttle-Missionen oder „Enterprise“, aber noch nicht so sehr Alltag ist wie in „Alien“. Deshalb fragte ich mich noch, was denn der Auslöser der Geschichte sein könnte, und mir fiel der alte Klassiker ein: Die Besatzung des Raumschiffs, die „truckers in space“ eben, finden an ihrem Zielort auf dem Mars — die Raumfahrt sollte noch nicht zu weit weg führen — nur Tote, Menschen und unbekannte Aliens. Aber, und das fand ich dann ein bisschen originell, die Aliens stellen sich als Gummipuppen heraus, die nur für die Kameras eines Nachrichtenteams platziert wurden.

Ein paar Monate später hatte Jan die Idee, Ina zum Geburtstag einen Pappmachépinguin ein Hörspiel basierend auf ihrer eigenen Kurzgeschichte aufzunehmen und fand in Antje, Olaf und mir begeisterte Mitstreiter, die eines Samstags tatsächlich das etwa zwölfminütige Hörspiel „Brothers in Arms“ aufnahmen.* Mit dem Ergebnis waren wir nur halb zufrieden: Die Soundeffekte waren grandios, die Sprecher bestenfalls akzeptabel und die Story insgesamt trotz einer netten Wendung nicht so der Kracher.

Trotzdem waren wir alle enorm glücklich mit der Erfahrung — außer Ina natürlich, die nichts davon hatte mitbekommen dürfen, weil es ja ein Geburtstagsgeschenk war, und die außerdem sagte, dass die Story doch gar nicht so toll sei und die Mühe nicht wert. „Na ja“, sagten wir, „dann machen wir sowas halt nochmal und diesmal mit einer besseren Geschichte.“ Da ich schon mein Leben lang geschrieben habe und mal was Sinnvolles schreiben wollte, fühlte mich dabei natürlich sofort berufen, diese neue Geschichte zur Verfügung zu stellen, und wenige Sekunden später fielen mir die „truckers in space“-Notizen wieder ein, und gemeinsam mit Ina und Jan überlegte ich bei ein paar Guinness weitere Elemente der Geschichte — so zum Beispiel, warum jemand gefälschte tote Aliens auf dem Mars drapiert, und wer —, um dann bald das Drehbuch für das Hörspiel fertig zu haben. Ich glaube, ich hatte dafür das Frühjahr 2005 angepeilt …

(to be continued)

Falls jemand sich einbildet, dass die Überschrift sich schon zweimal geändert hat (von „time“ am Ende zu „phase“ und wieder zurück), so ist das völlig korrekt. Ich habe mich entschlossen, jetzt einfach mal Wikiquote zu glauben; in der IMDb steht’s leider nicht.

  1. * Das war nur die Aufnahmesession für die drei Charaktere; Jan hat dann hinterher noch allein den Erzähler aufgenommen, der gut die Hälfte des Gesamttextes zu sprechen hatte, und etliche Wochen mit dem Mix verbracht.

Kommentar hinterlassen