The hot zone

31. Oktober 2008 · 15:44
von OJ

Die Fertigstellung des Drehbuchs bedeutete vor allem erst mal eins: Ich hatte mal wieder echte Freizeit. Freizeit ohne den leisen Druck im Hinterkopf, dass ich doch eigentlich das Drehbuch weiterschreiben müsste. Ich schickte es als PDF an Interessierte und ein paar Leute, die ich erst überreden musste, es zu lesen, und wartete ab. Die Resonanz war sehr ermutigend; es gab Kritikpunkte, klar, aber die Kritiken waren insgesamt sehr positiv, allen voran Florinas unsterblicher Satz: „Das ist so gut, ich kann gar nicht glauben, dass das von dir ist.“

Sowieso hatte ich schon immer bei der Erwähnung des Plans, ein Hörspiel produzieren zu wollen, mindestens amüsiertes Interesse geerntet (vielleicht weil meine Generation mit den drei ??? aufgewachsen ist), in einem Fall sogar ein hier nur unzureichend wiederzugebendes „Oh mein Gott, da müsst ihr mir unbedingt eine Rolle geben!!!“

Seitdem Jan — noch im Februar — das Drehbuch gelesen hatte, versuchten wir, mal über das weitere Vorgehen zu telefonieren, scheiterten aber stets* und besprachen unsere jeweiligen Anrufbeantworter bzw. Mailboxen, bis wir schließlich als eine Art Verzweiflungstat vor meinem anstehenden Sibiren-Sommerurlaub noch ein spontanes Treffen im Balzac Ende Juli zustande bekamen. Dessen Fazit war: Wir haben beide überhaupt keine Zeit dafür, das Hörspiel umzusetzen, aber wir haben Lust daruf, und deshalb tun wir’s einfach trotzdem.**

Nach meiner Rückkehr überarbeitete ich dann über den September mit Hochdruck das Drehbuch, um es, wenn schon vielleicht nicht vollständig fertig, dann doch wenigstens „vorsprechreif“ zu bekommen.*** Da Jan und Sumire „nebenbei“ noch Karstens Hochzeit vorbereitet haben, konnten wir endlich Mitte Oktober, eine Woche vor Eröffnung dieses Blogs, die Einladungsmail an die potentiellen Sprecher rausschicken, die z. T. schon seit Ewigkeiten darauf warteten.

Und damit wären wir dann wieder am Anfang. The circle of life …

  1. * Zumindest ich habe es auch nicht mit voller Energie versucht, was vor allem ein bisschen Angst vor der eigenen Courage war — wir konnten doch nicht einfach so ein Hörspieldrehbuch von mir aufnehmen. Das geht nun wirklich nicht.
  2. ** Eine alte Weisheit besagt ja: Zeit hat man nicht, Zeit nimmt man sich.
  3. *** Die sibirische Überarbeitung war ausgefallen, da ich es auf dem Hinflug, auf dem als einziges genügend Zeit — und Energie — vorhanden gewesen wäre, lieber einer mitreisenden Germanistikstudentin zwecks einer weiteren Kritik überlassen habe.

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