Ascent
Ich habe jetzt die zweite Fassung des Drehbuchs* fertig, drucke sie gerade aus und vervielfältige sie morgen im Copyshop, was sich jetzt gerade beim Schreiben wahnsinnig professionell anhört und (nach drei Textmarkern und einer Packung Post-It-Pagemarker) die erste echte Ausgabe für das Hörspiel darstellen wird. Diese Fassung ist nicht nur eine Überarbeitung nach relativ langer Pause — was ja immer gut dafür ist, offensichtliche, blöde Fehler zu finden — sondern enthält auch schon Erfahrungen aus dem Vorsprechen — z.B. Änderungen am teilweise unerträglichen Geschwafel eines Charakters, den ich mal “die große Erklärerin” nennen möchte — und meinem davon inspirierten Einmal-komplett-laut-Vorlesen, sowie auch schon Input der beiden Hauptdarsteller.
Zu meiner großen Freude bedeutet dies dann auch endlich das Ende der “anderthalbten Fassung” des Drehbuchs, auf die ich das eine oder andere Mal während der Probeaufnahmen angesprochen wurde, obwohl das alles ganz logisch war: Die erste Fassung war die Version, von der ich das erste Mal glaubte, sie anderen Leuten zum Lesen geben zu können. Die zweite Fassung sollte eigentlich die Version sein, in der alle zwischen Februar und dem Vorsprech-Beginn im Oktober gemachten Anmerkungen umgesetzt waren — zu der bin ich bloß leider nie gekommen. Stattdessen habe ich nur Folgen 1 und 2 überarbeitet (weil Folge 1 und Teile von Folge 2 auf jeden Fall im ersten Aufnahmeblock aufgenommen werden sollten**). Da Seite 53 bis 154 mit der ersten Fassung identisch waren, habe ich die Version, die ich für die Vorsprechen dreimal ausgedruckt habe, eben “anderthalbte Fassung” genannt.
Und weil ich ein Exemplar der ersten Fassung bereits ausgedruckt hatte und nur die ersten 52 Seiten ersetzt habe, die allerdings durch die Änderungen auf 53 Seiten erweitert worden waren, gab es Seite 53 in einem Exemplar doppelt und bei den beiden anderen stimmten die Seitenzahlen >52 nicht überein, was zu hunderttausend lustigen Fehlversuchen beim Finden irgendwelcher Textstellen führte. Sagte ich schon, dass ich mich darüber freue, eine neue Version zu haben?
Viel schöner ist aber der Grund für meinen morgigen Copyshop-Besuch: der für Samstag angesetzte, gemeinschaftliche Table read-through, denn darauf freue ich mich sehr, seit ich das erste Mal in irgendeinem Making of mit dem Konzept in Berührung kam. Als ob es nicht schon faszinierend genug wäre, dass Leute Dialoge spielen, die ich geschrieben habe …
- * Kann mir jemand sagen, wie das bei Hörspielen genau heißt? Nur “Buch”? “Skript”? Googeln nach “hörspiel drehbuch” findet zwar genügend Treffer, dass ich mir deswegen keine großen Sorgen mache, aber trotzdem.
- ** Auch wenn wir jetzt alles am Stück und wild durcheinander aufnehmen, weshalb das relativ sinnfrei war.