Writing is rewriting

25. März 2009 · 17:00
von OJ

Wie schon mal erzählt, habe ich im Februar 2008 das Drehbuch erstmals fertiggestellt und seit Anfang Januar 2009 eine fertige Version — „shooting draft“ würde man das beim Film nennen, also hier die Version, die als Grundlage der Aufnahmen dient. Von dieser Version gibt es bisher noch vier Revisionen mit kleineren Änderungen, insgesamt vielleicht zwanzig ersetzte Seiten, meist nur wegen eines oder zweier Worte.

Aber je mehr ich Abstand zu dem Drehbuch gewinne — also zum Storyaufbau — und je näher ich der Idee komme, dass man sich das tatsächlich mal anhören wird, desto mehr fällt mir auf, dass die letzten beiden Folgen strukturell nicht optimal sind. Konkret gibt es da einen Konflikt in Folge 6, dessen Auflösung sich in der jetzigen Version direkt anschließt, was irgendwie nicht wie eine ideale Ausnutzung des Spannungsbogens anfühlt. Außerdem ist der „Showdown“ in Folge 6 — auch das habe ich schon mal erwähnt — eigentlich etwas schmalbrüstig, d.h. es geht alles etwas zu schnell und gewissermaßen sogar zu einfach. Und nicht zuletzt ist Folge 5 von zwei sehr langen Gesprächen geprägt, die mich schon lange innerlich immer an „die Laberfolge“ denken lassen.

Die Lösung ist ganz offensichtlich: Ich straffe die Gespräche in Folge 5, wodurch der Konflikt ans Ende dieser Folge rutscht; dadurch gewinne ich dann außerdem „Platz“ in Folge 6 für einen längeren Showdown. Das Tolle dabei ist, dass wir noch keine der Szenen, die ich dazu anfassen muss, aufgenommen haben. Lediglich zwei kleine Verbindungsszenen von je einer halben Seite sind bereits aufgenommen und wären dann überflüssig; das kann ich allerdings verkraften, denn beim Aufnehmen merkte ich, wie schlecht diese Szenen eigentlich waren. (Gerade neulich morgen beim Raussuchen der Seitenzahlen der letzten Aufnahmesessions für den Eintrag von Montag fand ich eine Notiz „I shame me so for this scene“* am Rand des Notizzettels.)

Die Gespräche (zusammen so um die 15 Seiten) habe ich schon gekürzt, allerdings nicht ganz um die eigentlich benötigte Seitenzahl, so dass Folge 5 jetzt ein bisschen länger ist als die vorigen Folgen. Und da die letzte Folge natürlich nicht kürzer sein sollte als die davor, gibt es jetzt ca. 8 Seiten Showdown zu schreiben. Ich hoffe, die Eisdeerns haben diese Woche noch einen Platz für mich.

Spannend dabei ist, dass wir am Sonntag eines der langen Gespräche aufnehmen wollen und ich mich bis dahin entschieden haben muss, ob ich glaube, dass das mit meiner Überarbeitung klappt, oder ob ich doch zum weniger optimalen Shooting Draft zurückkehre.

  1. * Unter Umständen nur für Benutzer Hamburger U-Bahnen verständlich, aber das Internet hilft u.U. ein bisschen weiter.
Kategorie: Vorbereitung
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März

23. März 2009 · 13:41
von OJ

Der März stand bei mir vor allem im Zeichen eines größeren Projekts auf der „normalen“ Arbeit, das konkret dazu führte, dass ich das Wochenende in der Monatsmitte durchgearbeitet habe und die Wochen davor auch schon deutlich mehr Arbeitslast hatte. (Nun hat sich das zum Glück größtenteils normalisiert.)

Deshalb habe ich auch seit ziemlich genau einem Monat nichts mehr über unsere Aufnahmesessions geschrieben, was natürlich — wie schonmal erwähnt — auch zunehmend langweilig (abnehmend kurzweilig?) wird. Trotzdem/deshalb ganz kurz: Seitdem haben wir noch dreimal aufgenommen; einmal ganz kurz am 21. Februar, sowie im größeren (also normalgroßen) Rahmen am 1. und 7. März, und dabei fünf Gastsprecher aufgenommen, von denen wir einen nochmal für einen „Recall“ vorbeibitten werden, weil wir noch etwas Atmen, Schnaufen usw. aufnehmen wollen, was wir nur bei sehr ausgewählten Gastsprechern machen.

Dabei haben wir 19 Seiten aufgenommen, was uns rein rechnerisch auf 85,5 Seiten (56 % des Drehbuchs) bringt. Die Zahlen machen mir aber zunehmend Sorgen, weil die Angaben „Szene x hat 2,5 Seiten“ ohnehin schon etwas über den dicken Daumen gepeilt sind und wir außerdem noch einige Szenen „mehrfach“ aufnehmen, also das Wesentliche an einem Tag, und dann später, oder auch mal früher, einen einfach „reinschneidbaren“ Gastsprecher (z.B. einen Nachrichtensprecher) an einem anderen Tag, und ich nie sicher bin, wie ich das zählen soll bzw. wie ich es in der Vergangenheit gezählt habe. Wenn ich mal Zeit habe — ha ha –, werde ich mich mal an einer Konsolidierung versuchen

Da ich den Eintrag erst jetzt, über zwei Wochen nach der letzten Aufnahme, schreibe, kann ich nicht mehr genau sagen, wie lange die Aufnahmen jeweils gedauert haben. Das ist aber auch nicht so wichtig, dass ich diesen Eintrag jetzt noch verschieben würde, bis ich mir die Zeitstempel der aufgenommenen Dateien angeschaut habe, weil ich inzwischen gelernt habe, dass bei unserer Arbeitsweise die Faustregel „2,5 Seiten pro Stunde“ ganz gut funktioniert.

Die nächste Aufnahme findet am kommenden Sonntag, 29.3., statt.

Kategorie: Sprachaufnahmen
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