Nur mal nebenher…

21. September 2010 · 20:00
von Don

Ist schon lustig.

Mittlerweile habe ich bestimmt schon 50 Menschen von diesem Mammutprojekt erzählt.
Bei einigen macht sich mittlerweile ein leicht mitleidiges Schmunzeln breit (ach, da seid ihr immer noch bei?), bei anderen – denen aus der jüngeren Vergangenheit – ist, wie eigentlich bei jedem bisher, immer noch reges Interesse zu erkennen und der feste Plan, sich das auch ganz bestimmt mal anzuhören, wenns fertig ist. Oder zumindest mal Auszüge.

Was sich aber verändert hat, ist die Vorgehensweise des Anpreisens.

Während man der ersten Hälfte mittlwerweile klar machen muss, dass es sich keineswegs um einen Scherz handelt und wir wirklich noch dabei sind – und das wird langsam aber sicher echt anstrengend -, habe ich mittlerweile gar kein Problem mehr zuzugeben, dass ich nicht die leiseste Ahnung habe, wann das Ding fertig sein wird. Zugegeben, das stachelt jetzt nicht gerade die kurzfristige Neugier des potentiellen Hörers an, ist aber besser für alle Beteiligten, weil’s ehrlicher ist.

Nur eines ist mir klar geworden.

Es wird fertig werden.

Und wenn das noch 2 Jahre dauert.

Mir völlig wumpe.

Manche Dinge brauchen halt etwas Zeit, um zu reifen.

Kategorie: Allgemeines
Schlagwörter:

Ist das denn auch ordentlisch rescherschiert?

7. September 2010 · 17:18
von Jan

Ein Projekt neigt sich dem Ende zu, und ich habe endlich wieder Zeit für ein Projekt, das noch lange nicht beendet ist. Damit meine ich nicht, daß meine Tochter inzwischen ausgezogen ist, obwohl es mir so vorkommt, als wäre das eine Jahr, das sie jetzt fast alt ist, wie ein Tag vergangen. Nein, mein Job hatte verhindert, daß ich im letzten Monat eigentlich nichts anderes tun konnte als essen, schlafen und mir leichten Groll meiner Frau zuziehen.

Schön, und was hat das jetzt mit der Überschrift zu tun? Genau! Nichts! Nachdem ich bisher jede Minute meiner Zeit in die Vorbereitung der bewegten Geräusche, und keine Minute in einen Blogeintrag, gesteckt habe, kann ich inzwischen nicht umhin, über den Aufwand, den ich dafür betrieben habe, zu schmunzeln. Da kommen wir zur Recherche.

Ich war zu Anfang noch der Meinung, daß die Simulation von Geräuschen an einer bestimmten Stelle im Raum durch die Ermittlung des einzig wahren Algorithmus – eben ordentlich recherchiert – und dessen Umsetzung zu lösen sei. Ich war bemüht, physikalische Eigenschaften des Schalls möglichst originalgetreu abzubilden. Diverse Spaziergänge, mit diversen Diagrammen im Kopf, hatten das Blut in meinem Gehirn stärker als sonst zirkulieren lassen. Nachforschungen im Internet brachten mich zwar weiter aber eben auch wieder auf neue Aspekte und Fragen. Trotzdem gab es irgendwann einen Plan, wie ich die ganze Sache umsetzen wollte – darüber habe ich bereits geschrieben. Ich hatte nur leider keine Ahnung davon, wie man in Nuendo Plugins programmiert, oder wie man modellierte 3D-Szenen aus Blender exportiert.

Das Internet half auch hier weiter, auch wenn die wirklich brennenden Fragen fast nie auf Anhieb beantwortet wurden, da war ich leider auf sehr viel Ausprobieren angewiesen. Ich habe sicherlich mehrere Monate Nettozeit damit zugebracht, sämtliche Vorbereitungen abzuschließen, bevor ich überhaupt eine Programmzeile getippt habe. Ich habe gelernt, daß es manchmal hilft, so lange an die Lösung eines Problems zu glauben, bis man sie endlich gefunden hat. Manchmal ist es auch besser, nach Alternativen zu suchen. Jedenfalls gab es das Nuendo-Plugin mit dem Schieberegler, der nichts bewirkte, noch ziemlich lange, bevor endlich etwas Hörbares aus den Lautsprechern, oder Kopfhörern, kam.

Ich habe gelernt, daß die Mathematik in der Schule doch sinnvoll sein kann, und daß ich die Bildung von Matrizen lieber den Mathematikern überlasse, mir reicht es, sie multiplizieren zu können. Da wird einem die schöne und romantische Welt der Klänge auf so abrupte Weise zerstört, wenn man einem Computer erklären muß, wie ein Geräusch an einer ganz bestimmten Stelle im Raum erklingen muß – Entfernung, Verzögerung und Richtung und so weiter. Aber ich gebe gerne zu, daß ich echt stolz war, als mein Plugin endlich lebte und ich den von Don erwähnten Gitarrensound mit Dopplereffekt an mir vorbeiziehen lassen konnte. Und dann kamen die Features und die Konfigurierbarkeit, und ich fühlte mich wieder am Anfang stehend…

Nein nein, mein Selbstvertrauen war gewachsen, denn ich hatte ja schon eine große Hürde bewältigt, also habe ich „schnell“ eine Benutzeroberfläche für mein Plugin in Blender gerendert und die Bedienelemente mit passenden Funktionen verbunden, und da war ich auch schon fertig…fast. Niemals darf man außer Acht lassen, daß jedes Programm auch Bugs enthält, und das hielt mich ebenfalls einige Wochen lang beschäftigt. Inzwischen stürzt Nuendo bei der Nutzung meines Emitterhandlers immer seltener ab. Trotzdem frage ich mich ab und zu, ob ich wirklich pro Soundkanal einen Verzögerungpuffer von 20 Kilometern (etwa 1 Minute) bei 96kHz benötige. Immerhin hat die erste Szene im Hörspiel ungefähr 40 verschiedene Emittoren und somit einen eigenen Tonkanal in Nuendo.

Bis zu unserem nächsten Chat-Termin habe ich jetzt noch wahnsinnig viel Zeit (einige Tage), um die von Don zur Bewegung gebrachten Szenen in Nuendo-Projekte einzubetten und mal endlich etwas anderes als die doch inzwischen sehr in die Tage (oder Jahre) gekommene Szene 1.1 hörbar zu machen. Aber ich bin höher motiviert denn je, weil ich das Gefühl habe, daß so langsam Dinge ins Rollen geraten, ohne daß man ständig anschieben muß.