Hintergründe

29. Oktober 2013 · 08:00
von Jan

Ich habe die Vermutung, daß jeder, der irgendeine eintönige Tätigkeit ausübt, zwangsläufig irgendwann ein gewisses Maß an Kreativität entwickelt, um aus der Routine auszubrechen. So ist es zumindest mir bei der Szenenbearbeitung gegangen. Ich habe angefangen, irgendwelche fast unhörbaren Details in die Hintergründe der Szenen einzubauen, die letztlich nur meiner eigenen Belustigung dienten. Da habe ich dann ab und zu auch mal zum Mikrofon gegriffen und kleinere, im Skript nicht verzeichnete, Sprechrollen aufgenommen, die der Handlung noch eine kleine Seitendrift geben sollten.

Eine andere Auswirkung überschüssiger Kreativität spiegelte sich im Detailgrad der Gestaltung der Hintergründe wider. Für eine Szene habe ich zum Beispiel eine komplette Maschinerie neu „erfunden“ und zum Leben erweckt. Jedes Einzelgeräusch darin ist ortbar und wäre im Surround-Modus (der große Hörspiel-Gott bewahre mich davor) sogar „vorne“ oder „hinten“ zuordenbar. Allein für solche Spielereien wäre eine alternative Mikrofonfahrt durch die Szene, weit weg von der eigentlichen Handlung, ziemlich reizvoll.

Ich habe ja schon in Folge 5 meines Rückblick-Blogs über die Gestaltung der Hintergründe geschrieben. Ich gehe da inwischen etwas routinierter vor, also schneller, aber gerade bei den Actionszenen ist, neben der ziemlich nervenden Kleinarbeit, viel Potential für Spielereien enthalten, da der Hörfokus ja auf den Charakteren ist. Da regen sich schon mal Leute im Hintergrund darüber auf, daß sie „Streß mit der Alten“ haben oder ihnen „die Karre verreckt“ sei.

Ich habe mir für diesen Quatsch kein Vorbild gesucht, sowas kommt einfach von ganz allein. Das erklärt wohl auch die Comedy-Folge der John-Sinclair-2000-Serie. Wahrscheinlich war die Ansage dort: „Tobt euch jetzt mal richtig aus, aber danach geht’s wieder ernsthaft weiter!“.

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