VSTi und die Suche nach dem Sound

16. November 2013 · 08:00
von Jan

VSTi ist die digitale Welt der Synthesizer. Dahinter verbirgt sich Virtual Studio Technology Instrument. Die Idee dazu hatte Steinberg damals, eigentlich schon ziemlich schick, weil die Bedienelemente nicht mehr so schnöde nach Windows aussahen sondern schickere Grafik hatten. Virtual, weil das Instrument (Synthesizer) im Computer als Programm abläuft. Steinberg brauchte dafür natürlich auch ein passendes Host-Programm und brachte eine neue Version von Cubase heraus. (VST ist zum Glück nicht mehr nur Steinberg-Produkten vorbehalten.)

Ich erzähle das, weil man diese VST-Plugins sehr gut benutzen kann, um damit direkt im Computer Musik zu machen. Es gibt davon im Internet, frei verfügbar, wahre Massen dieser Module. Und wenn man möchte, daß die eigene Musik gut klingt, muß man erstmal nach dem passenden Sound, oder Preset, suchen – wenigstens das haben diese Module mit den Hardware-Pendants von damals gemein. Die Suche nach einem solchen Sound hängt leider nicht nur vom Programmspeicherplatz des VST-Moduls ab, sondern auch vom benutzten Modul selbst. Wenn es also hundert Module gibt, die ihrerseits vielleicht hundert Presets enthalten, gibt es eine Menge durchzuhören, bis man das Passende gefunden hat. (In Wahrheit haben einige Module sogar tausende Presets.)

Für die Musik von Folge 1, die synthetisch klingen sollte, habe ich eine Recherche durchgeführt, welche VST-Module überhaupt gut klingen, dann habe ich mir deren Presets vorgenommen. Nicht selten aber habe ich die Klänge dann selbst gebaut, weil eigentlich niemals das Richtige zu finden war, höchstens etwas, das so ähnlich klang. Im Übrigen war es ja schon früher verpönt, die Synthesizer mit den vorgefertigten Sounds einzusetzen, was allerdings in den 1980ern bekannte Musiker nicht davon abgehalten hatte. Das führte dann dazu, daß man erkennen konnte, welche Produkte der jeweilige Musiker gerade verwendet hatte, und so weiter, und so weiter…

Da mir dieser Rechercheaufwand einfach zu hoch war, denn ich hatte ja wieder die Erkenntnisse, trotz Notizen, vergessen, war ich dazu übergegangen, mir den Sound im Kopf vorzustellen und zu analysieren, damit ich dann sagen konnte: „Ich möchte einen leicht angezerrten Sägezahn mit einer Pulsweite von 50 Prozent und einem zeitvarianten Filter.“ Dann erst habe ich mir ein VST-Modul herausgesucht, das in der Lage war, „meine“ Parameter umzusetzen. Es ist immer befriedigender, einen Klang selbst zu programmieren als stundenlang nach einem Presets zu suchen – sagt der Programmierer.

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