Passiert hier eigentlich noch was?

16. Januar 2015 · 00:43
von Jan

Das ist eine gute Frage, die ich allerdings guten Gewissens mit „Ja“ beantworten kann – zumindest inzwischen wieder. Nach einer ziemlich langen Zeit der Inaktivität hat es mich Ende des vergangenen Jahres dann doch geärgert, daß 2014 gar keine Folge fertiggestellt werden konnte. Es ist schon interessant: Die Netto-Arbeitszeit an einer Folge nimmt immer weiter ab, aber ich habe nicht mehr so viel Zeit wie früher, um mich mit der Bearbeitung zu befassen. Das führt dazu, daß die Fertigstellung einer Folge, am Kalender gemessen, genauso lange dauert wie vorher.

Man kann sich nun fragen, ob die Produktion eines Hörspiels wirklich so lange dauern sollte wie hier. Wieviel Sorgfalt sollte man investieren? Wie gut soll das Resultat klingen? Ich beantworte die letzten beiden Fragen mit „so viel und so gut wie möglich“. Wir haben uns sehr viel Arbeit mit dem Aufnehmen und Auswählen der Sprachtakes gemacht. Alle Sprecher haben sich große Mühe beim Einsprechen gegeben. Aus meiner Sicht war es da nur logisch, das beste uns mögliche Resultat den Beteiligten zurückzugeben. Es ist möglich, daß nicht jeder beim Anhören auf alle Details achtet, die wir in den Folgen untergebracht haben, aber diejenigen, die es tun, haben vielleicht sogar Lust, mehrfach durchzuhören, weil es noch etwas zu entdecken geben könnte, das einem zuvor entgangen ist. Die Antwort auf die allererste Frage schließlich ist: Ich habe die Produktion weitestgehend allein an der Backe (Danke an Olli, der sich die Mühe gemacht hatte, die Takes zu sortieren, die Dialoge zusammenzustellen und die Lautstärken zu maximieren, und einiges andere – eine Schweinearbeit! Und danke an Dennis für die ganzen tollen Blender-Modelle – auch eine Schweinearbeit!).

„Was passiert, wenn ein Haufen Laien ein Science-Fiction-Hörspiel in sechs Folgen produziert“? Ganz klar: man unterschätzt den Aufwand. Da wir Laien waren, brauchten wir einen Lernprozeß, um das Projekt überhaupt stemmen zu können. Vermutlich sind wir heute keine Laien mehr. Ich für meinen Teil habe eine ganze Menge gelernt, und das so umfassend, daß ich im Grunde keine Minute, die ich in das Projekt bisher gesteckt habe, bereue. Für mich wird es auch nach diesem Projekt weitere Hörspielprojekte geben, aber dieses war das erste und daher etwas ganz Besonderes. Es hätte auch passieren können, daß die ganze Geschichte im Sande verläuft – es wäre nicht das erste Projekt. Aber je mehr Arbeit bereits darin steckt, desto wahrscheinlicher ist der erfolgreiche Abschluß. Immerhin, Folge 5 wird bald fertig sein (die Musik kommt dann später noch dazu).

Vermutlich wird sich kaum ein Sprecher noch daran erinnern können, daß es dieses Projekt hier gibt, aber ich hoffe, daß die Erinnerung wiederkommt, wenn das Resultat irgendwann anhörbar ist (vier Folgen gibt es ja schon, obwohl sie absichtlich zurückgehalten werden). Und vielleicht bin ich nicht der Einzige, der dann sagt: „Aber Spaß gemacht hat’s schon.“