Farbkleckse?

25. Februar 2015 · 19:50
von Jan

Es gab wieder eine kleine Pause, weil ich noch ein paar Sprachaufnahmen von Komparsen für die nächste Szene in Folge 5 brauche. Das ist aber keine so große Bremse, weil ich mir mit Temp-Tracks behelfen kann. Zumindest gibt es wieder jemanden, der sich bereit erklärt hat, nachdem die Wunsch-Kandidatin leider abgesagt hat. Wir müssen nur noch einen Termin finden.

Ich komme nicht umhin, nach so langer Produktionszeit, immer wieder die älteren Arbeiten mit den neueren zu vergleichen und stelle dabei fest, daß sich die Art der Präsentation etwas verändert hat. Ich glaube, zu Anfang wollte ich die komplette Handlung aus Kims Perspektive darstellen, so wie ein Ich-Abenteuer. Das macht aber auf Dauer keinen Spaß, wenngleich die Handlung diese Idee provoziert hatte. Man kann daher bei Folge 1 sehr gut hören, daß alle Stimmen sehr präsent dargestellt sind, weil sie sonst nicht mit Kim konkurrieren können, die ja gewissermaßen die innere Stimme des Zuhörers ist. Bei einem alten Hörspiel, mit Kunstkopfaufnahme, das ich neulich mal gehört habe, ist mir klargeworden, wie nervig das werden kann. Unbewußt, und auch, weil ich mit OJ mal Gespräche darüber hatte, sind wir also dazu übergegangen, den Zuhörer, also das Mikro, so zu positionieren, daß die Raumaufteilung ausgewogener ist. Es scheint besser zu funktionieren als den Zuhörer in einen der Anwesenden zu stecken.

Eine weitere Freiheit habe ich mir ab Folge 5, die zur Zeit bearbeitet wird, genommen: Es gibt in der Handlung teilweise Sprünge, natürlich um das Geschehen zeitlich etwas zu raffen, die es etwas schwer machen, dem Handlungsstrang zu folgen. Dafür werde ich in Folge 5 ein paar Ausstiege aus der Handlung vorbereiten, die zwar Bilder der Orte enthalten aber die Protagonisten ausblenden. Rückblickend ist das etwas, was in Folge 2 an einer Stelle auch gut Anwendung finden könnte.

Das Problem des ständigen Close Up ist einfach, daß kaum Zeit für Einführungen in die Szene bleibt. Entsprechend schwieriger ist sowas natürlich, weil es hier keinen Erzähler gibt, der ein wenig Distanz zur Handlung erzeugen könnte. Gerade bei Folge 5 ist der Dialoganteil sehr hoch, daher braucht sie diese zusätzlichen Farbkleckse besonders. Abgesehen davon sind dialogreiche Szenen allerdings schneller zu produzieren.

Vermutlich bin ich aber auch einfach nur an einem Punkt angekommen, an dem ich nicht immer das Gleiche tun möchte, so daß ich in jeder Folge etwas Neues ausprobiere. Auf diese Weise bleibe ich wenigstens motiviert, die Produktion zu einem Abschluß zu bringen. Sei es nun 2015, oder bevor meine Tochter volljährig wird.

Kategorie: Allgemeines  Mix