Do you hear what I hear?

27. Dezember 2011 · 19:30
von OJ

Ich höre so ein Brummen. Wie ein Raumschiff, das immer näher kommt und gar nicht mehr so lange braucht, bis es hier ist.

When a plan comes together

22. Dezember 2011 · 20:55
von OJ

Mal wieder eine lange Pause — nicht die längste bisher, aber fast.

Diesmal hatte ich sogar (im Juli) einen Eintrag halb angefangen, aber nie zu Ende geschrieben, weil sein Inhalt all dem, was hier in den letzten anderthalb Jahren geschrieben wurde, so verdammt ähnlich gewesen wäre…

Wir haben wieder mal unseren Prozess verfeinert und dazugelernt, wie wir das bei zukünftigen Folgen (etwas) schneller hinbekommen. Wir haben dabei etliche neue Baustellen aufgemacht, die wir entweder neu entdeckt oder schon immer vorgesehen aber großflächig verdrängt hatten. Wir haben immer weitere Fortschritte gemacht — vor allem Jan, an dem die ganze Arbeit an Folge 1 momentan hängen bleibt —, das Ergebnis hörte und fühlte sich immer und immer und immer besser an; das vorläufige Endergebnis, der Stand bei dem wir sagen würden: “Ja, so stellen wir uns das vor, und nun können wir uns den Folgen 2 bis 6 widmen”,* kam immer näher, aber es war eine asymptotische Annäherung** — immer näher, nie da.

Irgendwann, ungefähr im September, fühlte sich das alles aber immerhin so machbar an, dass Jan seinem Chef einen Vorab-Release “noch dieses Jahr” versprach. Einerseits mutig in Anbetracht dessen, wie sich unser Zeitplan bisher immer weiter gedehnt hatte, andererseits vielleicht aber auch genau das richtige, einen abmahnungsbewehrten Endpunkt zu definieren.

Nun ist das Jahr fast um, und —

Und es ist kaum zu glauben: Ich habe gerade einen Mix gehört, an dem Jan nur noch (Anführungszeichen bitte dazudenken) ein paar Details im letzten Drittel hinzufügen will, aber ich würde mutmaßen, dass die meisten Menschen zwischen diesem heutigen Mix und dem morgigen bzw. dem am kommenden Mittwoch dann “erstmal finalen” Mix keinen Unterschied feststellen würden, ohne Szene für Szene zu vergleichen.

Zur Sicherheit (falls sich jemand, der nicht Teil des Projektes ist, hierher verirrt) sei nochmal erwähnt: Dieser Mix, der zum 28. Dezember fertig ist, steht dann nicht hier rechts im Download-Bereich, sondern den gibt’s nur über einen per E-Mail verschicken Direkt-Download-Link.

Tatsächlich veröffentlicht und auf irgendeine Art publik gemacht und beworben wird Folge 1 erst, sobald wir den Zeitpunkt der Veröffentlichung von Folge 6 abschätzen können und uns der Abstand zwischen den einzelnen Folgen angemessen erscheint. Das ist vor Mitte 2012 quasi ausgeschlossen. (Bei einer Projektplanung vor einiger Zeit kam mal was mit 2015 raus, aber inzwischen sind wir optimistischer.)

  1. * Nur um dann, so vermuten wir nach wie vor, bei den nächsten Folgen so viel dazuzulernen, dass dieser Stand auf keinen Fall wirklich veröffentlicht werden kann, weil wir so viele Sachen inzwischen so viel besser können.
  2. ** Weshalb ich diesen Eintrag fast “Asymptote Aliens” genannt habe, aber das brachte ich dann doch nicht übers Herz.

1 down…

15. Juni 2011 · 12:00
von Don

Es ist unglaublich.
Letztens wurde ich Zeuge eines sogenannten ‘Premixes’ von Folge 1.

Jan “the Mixer” Mahn sei Dank.

Es ist immer noch nicht das, was mal das Licht der Öffentlichkeit erblicken wird – davon sind wir immer noch weit entfernt – aber das Ergebnis lässt einen erahnen, Dass daraus wirklich mal was werden könnte. Und das stimmt schon mal einigermaßen froh.

Mal zum Vergleich: Vor einem halben Jahr war bei diesem Marathonlauf die Ziellinie noch nicht mal zu erahnen. Sie war ein Gerücht, dass sich hartnäckig hielt, von dem unter den Zuschauern am Rande der Laufstrecke und ab und zu auch vom Trainer selber getuschelt wurde, an das man als Beteiligter aber nicht wirklich geglaubt hat. Nach jeder Kurve tat sich bisher jedes Mal eine neue lange Gerade auf, die in einer weiteren Kurve endete. Was sollte daran jemals anders werden? Einzig und allein die Tatsache, dass die ganzen Blasen, die man sich bisher gelaufen hat, doch bitte nicht umsonst gewesen sein mögen, hat einen weiter glauben und laufen lassen.

Und ehrlich gesprochen: Vor ungefähr vier Wochen war ich kurz davor, mir die metaphorischen Laufschuhe auzuziehen und mich nach einer anderen Sportart umzusehen, weil mir das ganze – sprich die immer länger werdenden Pausen zwischen den einzelnen sehr bescheidenen Etappenerfolgen – deutlich zu anstrengend wurden.

Dann aber geschah es, – ich weiß nicht ob der Drohung meinerseits, den ganzen Mist hinzuwerfen, wenn nicht bald was passiert, oder wegen anderen Dingen – dass eine zweite, längst überfällige Soundaufnahmesession erfolgte, die erstaunlich produktiv war und erahnen ließ, dass alle Beteiligten immer noch – zumindest mit dem Herzen – voll bei der Sache sind.

Jetzt ist das, was früher nicht mal zu erahnen war, als ein kleiner ferner Punkt in der Ferne zu erkennen. Zwar nur, wenn man ein gutes Fernglas hat und die Luft klar ist, aber er ist vorhanden und man kann ihn sehen. Das Ziel ist in Sicht.

Um jetzt mal wieder 2 Gänge zurück zu schalten: Dieses Zwischenergebnis hier und jetzt zu veröffentlichen, wäre allerdings zu viel des Guten, weil immer noch a bisserl was fehlt, nämlich so Kleinigkeiten wie Musik und so. Darüber hinaus wäre es nicht Sinn der Sache und würde die Vorfreude versauen, denn schließlich soll dieses Kunstwerk ja irgendwann in seiner Endform auf den Markt gebracht werden mit dem Ziel, uns alle reich und berühmt zu machen.

Äh.

Irgendwann allerdings,  eines schönen Tages, wird es soweit sein, dass sich mehr als 3 Menschen an dem Ergebnis von mehr als 2 Jahren Arbeit erfreuen können.

So viel ist sicher.

Ich bin entzückt!

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Immer noch nix zu hören?

3. Juni 2011 · 23:42
von Jan

Ja, das ist fast richtig. Aber das wird nicht mehr lange so bleiben, zumindest eine Teaser-Szene sollte doch drin sein, denn: die erste Folge nähert sich dem Beta-Status. Was ist daran jetzt Beta? Naja, probehören für Beteiligte, die dann ihren Senf dazu abgeben, was denn so richtig schlecht ist und das Gute einfach als gegeben hinnehmen, wie überall eben, wo es Betas gibt.

Das Gefühl, den Zug in die Gleise gesetzt zu haben, motiviert schon ganz schön, gebe ich zu, allerdings werde ich die Nachtschichten der letzten Wochen demnächst erstmal  zurückfahren, um wieder zu körperlichen Kräften zu kommen. Jetzt, da ich weiß, daß mein Werkzeug den richtigen Schliff hat, und wie ich die Szenen konzeptvoll abarbeiten kann, ist ein großes Stück Orientierungslosigkeit weggeschmolzen, so daß die Überwindung, wieder dran zu arbeiten, nicht mehr so groß ist.

Für einen Rückblick auf die Anfänge der Arbeiten an diesem Hörspiel ist es definitv noch früh, denn es ist ja noch nicht fertig, und wir haben die Abschlußparty auch noch nicht gefeiert. Ich kann nur sagen, daß ich eine ganze Menge Dinge gelernt habe, die absolut total nix mit Hörspielbearbeitung zu tun haben, zumindest für mein Verständnis. Es ist gut für mich, die Werkzeuge, deren Anfertigung mich so viel Mühe gekostet hat, jetzt endlich mal für den eigentlichen Zweck einsetzen zu können, ohne ständig über fehlende Features nachdenken zu müssen.

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I’ll begin again

3. Mai 2011 · 18:03
von OJ

Es häufen sich die Beschwerden, dass es hier nichts mehr zu lesen gibt.* Einzelne Teilnehmer** verspürten auch schon Ermüdungserscheinungen und dachten darüber nach, was eigentlich wäre, wenn wir aus den ganzen Einzelteilen eben kein fertiges Erzeugnis mehr basteln.

(Das wäre dann natürlich enorm viel Arbeit für die sprichwörtliche Tonne gewesen, und ich wüsste auch nicht, wie wir uns bei diversen TeilnehmerInnen dafür entschuldigen sollten, deshalb ist das keine Richtung, die wir weiter verfolgen. Aber ein bisschen long, dark night of the soul muss halt auch mal sein. Leiden für die Kunst und so.)

Außerdem haben wir seit September*** durchaus noch Dinge getan. Zum Beispiel haben wir uns Anfang des Jahres getroffen und ein paar Stunden lang bei mir zu Hause — pardon, “im Studio” – Schritte, Kleidungsgeraschel und diverse Spezialgeräusche aufgenommen. Und nach nur einem Vierteljahr Pause (also vorgestern) haben wir den geplanten zweiten Teil dieser Geräuschaufnahmesession durchgeführt,**** diesmal beim Don, um dessen Holzfußboden und ausgewählte Inhalte seines Kleiderschrankes auszunutzen.

Für die nähere Zukunft haben Jan und ich darüber hinaus jetzt einen Plan entworfen, der zwar noch auf diverse Arten scheitern kann, aber durch koordinierten Einastz von Urlaubstagen zumindest schon mal etwas sinnvoll am Stück Anhörbares ergeben würde.

Wir bleiben gespannt.

  1. * Ca. 2 Stück, eine davon von mir.
  2. ** Ich.
  3. *** SEPTEMBER!
  4. **** Sollte eigentlich noch im Februar stattfinden, es kamen aber etliche Dinge dazwischen; u.a. die Berlinale und zahlreicher werdender Besuch aus Fernost.

Nur mal nebenher…

21. September 2010 · 20:00
von Don

Ist schon lustig.

Mittlerweile habe ich bestimmt schon 50 Menschen von diesem Mammutprojekt erzählt.
Bei einigen macht sich mittlerweile ein leicht mitleidiges Schmunzeln breit (ach, da seid ihr immer noch bei?), bei anderen – denen aus der jüngeren Vergangenheit – ist, wie eigentlich bei jedem bisher, immer noch reges Interesse zu erkennen und der feste Plan, sich das auch ganz bestimmt mal anzuhören, wenns fertig ist. Oder zumindest mal Auszüge.

Was sich aber verändert hat, ist die Vorgehensweise des Anpreisens.

Während man der ersten Hälfte mittlwerweile klar machen muss, dass es sich keineswegs um einen Scherz handelt und wir wirklich noch dabei sind – und das wird langsam aber sicher echt anstrengend -, habe ich mittlerweile gar kein Problem mehr zuzugeben, dass ich nicht die leiseste Ahnung habe, wann das Ding fertig sein wird. Zugegeben, das stachelt jetzt nicht gerade die kurzfristige Neugier des potentiellen Hörers an, ist aber besser für alle Beteiligten, weil’s ehrlicher ist.

Nur eines ist mir klar geworden.

Es wird fertig werden.

Und wenn das noch 2 Jahre dauert.

Mir völlig wumpe.

Manche Dinge brauchen halt etwas Zeit, um zu reifen.

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Ist das denn auch ordentlisch rescherschiert?

7. September 2010 · 17:18
von Jan

Ein Projekt neigt sich dem Ende zu, und ich habe endlich wieder Zeit für ein Projekt, das noch lange nicht beendet ist. Damit meine ich nicht, daß meine Tochter inzwischen ausgezogen ist, obwohl es mir so vorkommt, als wäre das eine Jahr, das sie jetzt fast alt ist, wie ein Tag vergangen. Nein, mein Job hatte verhindert, daß ich im letzten Monat eigentlich nichts anderes tun konnte als essen, schlafen und mir leichten Groll meiner Frau zuziehen.

Schön, und was hat das jetzt mit der Überschrift zu tun? Genau! Nichts! Nachdem ich bisher jede Minute meiner Zeit in die Vorbereitung der bewegten Geräusche, und keine Minute in einen Blogeintrag, gesteckt habe, kann ich inzwischen nicht umhin, über den Aufwand, den ich dafür betrieben habe, zu schmunzeln. Da kommen wir zur Recherche.

Ich war zu Anfang noch der Meinung, daß die Simulation von Geräuschen an einer bestimmten Stelle im Raum durch die Ermittlung des einzig wahren Algorithmus – eben ordentlich recherchiert – und dessen Umsetzung zu lösen sei. Ich war bemüht, physikalische Eigenschaften des Schalls möglichst originalgetreu abzubilden. Diverse Spaziergänge, mit diversen Diagrammen im Kopf, hatten das Blut in meinem Gehirn stärker als sonst zirkulieren lassen. Nachforschungen im Internet brachten mich zwar weiter aber eben auch wieder auf neue Aspekte und Fragen. Trotzdem gab es irgendwann einen Plan, wie ich die ganze Sache umsetzen wollte – darüber habe ich bereits geschrieben. Ich hatte nur leider keine Ahnung davon, wie man in Nuendo Plugins programmiert, oder wie man modellierte 3D-Szenen aus Blender exportiert.

Das Internet half auch hier weiter, auch wenn die wirklich brennenden Fragen fast nie auf Anhieb beantwortet wurden, da war ich leider auf sehr viel Ausprobieren angewiesen. Ich habe sicherlich mehrere Monate Nettozeit damit zugebracht, sämtliche Vorbereitungen abzuschließen, bevor ich überhaupt eine Programmzeile getippt habe. Ich habe gelernt, daß es manchmal hilft, so lange an die Lösung eines Problems zu glauben, bis man sie endlich gefunden hat. Manchmal ist es auch besser, nach Alternativen zu suchen. Jedenfalls gab es das Nuendo-Plugin mit dem Schieberegler, der nichts bewirkte, noch ziemlich lange, bevor endlich etwas Hörbares aus den Lautsprechern, oder Kopfhörern, kam.

Ich habe gelernt, daß die Mathematik in der Schule doch sinnvoll sein kann, und daß ich die Bildung von Matrizen lieber den Mathematikern überlasse, mir reicht es, sie multiplizieren zu können. Da wird einem die schöne und romantische Welt der Klänge auf so abrupte Weise zerstört, wenn man einem Computer erklären muß, wie ein Geräusch an einer ganz bestimmten Stelle im Raum erklingen muß – Entfernung, Verzögerung und Richtung und so weiter. Aber ich gebe gerne zu, daß ich echt stolz war, als mein Plugin endlich lebte und ich den von Don erwähnten Gitarrensound mit Dopplereffekt an mir vorbeiziehen lassen konnte. Und dann kamen die Features und die Konfigurierbarkeit, und ich fühlte mich wieder am Anfang stehend…

Nein nein, mein Selbstvertrauen war gewachsen, denn ich hatte ja schon eine große Hürde bewältigt, also habe ich „schnell“ eine Benutzeroberfläche für mein Plugin in Blender gerendert und die Bedienelemente mit passenden Funktionen verbunden, und da war ich auch schon fertig…fast. Niemals darf man außer Acht lassen, daß jedes Programm auch Bugs enthält, und das hielt mich ebenfalls einige Wochen lang beschäftigt. Inzwischen stürzt Nuendo bei der Nutzung meines Emitterhandlers immer seltener ab. Trotzdem frage ich mich ab und zu, ob ich wirklich pro Soundkanal einen Verzögerungpuffer von 20 Kilometern (etwa 1 Minute) bei 96kHz benötige. Immerhin hat die erste Szene im Hörspiel ungefähr 40 verschiedene Emittoren und somit einen eigenen Tonkanal in Nuendo.

Bis zu unserem nächsten Chat-Termin habe ich jetzt noch wahnsinnig viel Zeit (einige Tage), um die von Don zur Bewegung gebrachten Szenen in Nuendo-Projekte einzubetten und mal endlich etwas anderes als die doch inzwischen sehr in die Tage (oder Jahre) gekommene Szene 1.1 hörbar zu machen. Aber ich bin höher motiviert denn je, weil ich das Gefühl habe, daß so langsam Dinge ins Rollen geraten, ohne daß man ständig anschieben muß.

We were never feeling bored

25. Juli 2010 · 15:09
von OJ

“Wird das nicht eigentlich langweilig, sich jahrelang immer nur mit diesem Hörspiel zu beschäftigen?” fragte sie.

Die Antwort wurde mir selbst erst bewusst, als ich verneinte.

Denn auch wenn ich genaugenommen seit über fünf Jahren große Teile meiner Freizeit in das Hörspiel fließen lasse, mache ich dabei ja nicht wirklich lange dasselbe. Zuerst waren da ein paar Jahre des Schreibens; häufig unterbrochen und mit niedriger Priorität, weil ich nicht wirklich an eine Umsetzung glaubte, aber die Geschichte trotzdem “raus wollte”. Darauf folgte im Herbst 2008 eine hochaktive Phase der Vorbereitung samt etlicher Vorsprech-Abenden, die zum Jahresende in Casting und Terminsuche mündete.

2009 stand dann, beginnend am 17. Januar, vor allem im Zeichen der Sprachaufnahmen. Die Aufnahmen konzentrierten sich im Wesentlichen auf das erste Vierteljahr, zogen sich aber dank einer größeren Sommerpause wegen nach Hause fahrender Studentinnen und genereller Urlaubszeit letztendlich bis zum 30. Januar 2010 hin. Parallel und zum Jahresende immer detaillierter fand dabei immer schon der Grobschnitt statt, und ab Anfang 2010 dann auch das konkrete Hinarbeiten auf die mit vorläufigen Geräuschen und semi-endgültigem Timing versehenen Folgen (immer gern “Premix” genannt). Wie kürzlich erwähnt ist dieser Vorgang auch noch nicht abgeschlossen.

Und das alles war noch nie langweilig. Schlauchend manchmal, aber nie langweilig.

(Das sind jetzt natürlich nur die Sachen, die ich in dem Zeitraum getan habe. Jan und Don könnten zu dem Thema eigene Beiträge verfassen.)

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You look so good in blue

11. Juni 2010 · 23:36
von OJ

Vorhin im Flieger nach Hause habe ich in einem Retrospektive-Artikel über “Mad Max” gelesen, dass der Regisseur und der Produzent den Film ein Jahr lang zu Hause geschnitten haben. Das erinnerte mich an was…

Hallo, liebe Leser. Auch diese ungeplante und viel zu lange Blogpause hat keine dramatische Bedeutung, sondern ist lediglich Folge der Kombination aus bei genauer Betrachtung überraschend hohem Aufwand und dem sogenannten echten Leben.

Und auch diesmal haben wir wieder jede Menge getan, es sind aber bisher halt alles vorbereitende Tätigkeiten im Hintergrund und noch nichts Vorzeigbares. Ich werde da in den nächsten Tagen mal etwas ins Detail gehen. Versprochen.

Am Sonntag gibt’s noch einen, ahem, Workshop, in dem Jan, Don und ich uns mit der visuellen Soundmodellierung, oder wie auch immer man das nennen will, beschäftigen. Damit wir dabei alle was sehen können, ohne uns vor einen Computermonitor quetschen zu müssen, bin ich jetzt glücklicher Besitzer einer kabellosen Tastatur- und Maus-Kombination, die wiederum mindestens ebenso sehr für diesen Blogeintrag verantwortlich ist wie der eingangs erwähnte Artikel über “Mad Max”. Denn ich sitze gerade auf der Couch, habe die Füße auf dem Couchtisch und tippe diesen Eintrag in mein Netbook, das wiederum am Fernseher angeschlossen ist. (Ich musste halt irgendwie ausprobieren, ob das wirklich geht.)

An dieser Stelle beende ich für heute das konfuse Gefasel, denn ich muss ins Bett. Ich wünschte, ich könnte sagen, das liegt daran, dass ich zu viel fürs Hörspiel getan habe.*

  1. * Der Tageszeit und der Schwammigkeit des Themas dieses Eintrags ist übrigens auch die Beliebigkeit des Titels geschuldet, der einfach die aktuelle Textzeile des gerade laufenden Songs war, als ich nach einem Titel suchte. Nicht dass meine Titel hier sonst mehr Sinn machen würden.
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The road goes ever on

19. November 2009 · 18:54
von OJ

Nachdem ich wie gesagt vergangene Woche das mich seit März latent nervende Umschreiben der Endszene hinter mich gebracht habe, habe ich endlich wieder richtig Freizeit kann ich mich nun anderen anstehenden Aufgaben widmen. Zum einen ist da natürlich “das Übliche”, also das Schneiden der aufgenommenen Takes zu den endgültigen Szenen (wäre eigentlich am Wochenende noch dran gewesen, hatte ich aber am Samstag keine Energie mehr für, und am Sonntag keine Zeit), das (in letzter Zeit arg schleifen gelassene) Organisieren der verbleibenden Sprechertermine und das (sehr spaßige, aber auch enorm zeitaufwändige) Durchhören der Aufnahmesessions auf interessante Albernheiten, vulgo Outtakes.

Eigentlich hatte ich immer gesagt, dass ja nach den Aufnahmen die Zeit kommt, in der ich mich nach Jahren des Drehbuchschreibens und im Endeffekt vermutlich auch eines Jahres Sprechproben und Aufnahmen etwas zurücklehnen und Jan die Arbeit machen lassen kann. Es stellt sich bloß langsam heraus, dass es in der Postproduction so viel zu tun gibt, dass ich das Jan nicht allein zumuten kann, schon gar nicht als frischgebackener Vater. Also haben wir neulich mal ein bisschen skizziert, wie ich oder ggf. auch andere Leute behilflich sein können. Das Durchschauen des mit Jans und Sumires HD-Videokamera aufgenommenen Behind-the-scenes-Materials haben wir z.B. bereits an Don abgegeben, aber für mich bleiben nach dem neulich gefassen Plan noch Themen wie:

Durchhören der bisher fertig geschnittenen Szenen. Sozusagen die “Endabnahme” der Szenen. Gerade am Anfang habe ich einfach den bei der Aufnahme als optimal markierten Take genommen und vielleicht noch einen Satz oder zwei ersetzt, wenn ein auffälliger Versprecher drin war. Inzwischen bin ich dazu übergegangen, für jeden Satz, den ich nicht 100%ig perfekt finde — o Wunder, sowas gibt’s dann beim In-Ruhe-nochmal-Durchhören relativ oft doch noch –, in allen Takes eine bessere Version zu suchen. Das könnte ich damit für mindestens die bis März/April aufgenommenen Sessions nachholen.

Einfügen von Platzhalter-Geräuschen. Das habe ich für die ersten acht Szenen oder so Anfang des Jahres mal gemacht, aber damals bei unserer sehr kurzen (und rückblickend vielleicht etwas verfrühten) Serie mit Soundmix-Beispielen nicht mitveröffentlicht, weil es ganz schön peinlich war. Das ist noch eine wichtige Regie-/Schnitt-Aufgabe, weil erst dadurch das Timing der Szene endgültig festgelegt wird.

Liste der benötigten Geräusche erstellen. Das ergibt sich quasi nebenher beim Einfügen der Platzhalter-Geräusche und erzeugt kaum Zusatzarbeit, wenn ich etwas überlegt vorgehe. Hier ist natürlich der Vorteil, dass Jan mit einer solchen Liste etwas besser einschätzen kann, in wieviel Varianten er z.B. die Geräusche eines Sessels aufnehmen muss.

Unterstützung beim Aufnehmen und Schneiden der Geräusche nach der o.g. Liste. Muss man, glaube ich, nicht groß erklären, aber es ist natürlich ziemlich zeitraubend.

Temp-Musik finden und einfügen. Sowas ist bei Filmen ja gang und gäbe, und gerade in Anbetracht unserer Musiker-Situation* ist es sicher auch bei uns sinnvoll, die momentan nur als “MUSIK (SPANNEND)” oder “MUSIK: TIME-CUT (HOFFNUNGSVOLL)” oder so vorhandenen Musikpausen auch außerhalb meines Kopfes etwas konkreter zu machen. Wie einer unserer Sprecher so richtig bemerkte, ist der Score zu “Moon”** ein guter Ausgangspunkt. Ich zögere lediglich etwas, weil ich Angst habe, meine Lieblingsmusik (“Moon” und andere) durch hundertmaliges Hören kurzer Passagen auf ewig nur noch mit diesem Hörspiel zu verbinden.

Modellieren der Szenen in 3D und Einstellen der Bewegungen. Das klingt jetzt vielleicht etwas esoterisch — ich habe Jans Grobkonzept zu dem Thema erst richtig verstanden, oder vielmehr glauben können, als er mir das mal am Rechner demonstriert hat –, aber ein relativ grobe 3D-Darstellung der einzelnen Handlungsorte einschließlich der Platzierung und Bewegung der Geräusch- und Dialogquellen (auch “Sprecher” genannt) erlaubt — nach der enorm aufwändigen Vorarbeit, die Jan gerade leistet — dann ein relativ einfaches Ermitteln des Sounds am jeweiligen Audiofokus, sozusagen der “Kameraposition” — nicht zuletzt im Hinblick auf einen x.1-Surround-Mix. <handwedel/> Das hast du jetzt nicht gelesen. Du wirst nach Hause gehen und Dein Leben überdenken.

Atemgeräusche aufnehmen. Das “automatische Mitaufnehmen” von Atemgeräuschen der zuhörenden Sprecher hat sich leider nicht so sehr bewährt. Auf jeden Fall schon mal deshalb, weil bei den beiden Hauptsprecher-Mikrofonen das Übersprechen des gerade Sprechenden am anderen Mikro lauter ist als das Atmen des direkt vor dem Mikro stehenden Sprechers. Und das Atmen, was dann manchmal doch zu hören ist, lässt oft weniger auf “oh, wie interessant/bewegend, was der oder die andere da gerade sagt” schließen als auf “hoffentlich verpasse ich gleich meinen Einsatz nicht oder verspreche mich wieder bei diesem einen Satz”. Deshalb wollen wir unsere drei wichtigsten Sprecher ihre gesamten Szenen noch mal als reine “Atmer” durchspielen lassen. Das muss dann natürlich auch wieder geschnitten und dazugemixt werden.

Es gibt also noch ein bisschen was zu tun. Wenn ich mir das so angucke, frage ich mich, ob ich die derzeit in der FAQ geäußerte Schätzung von “Frühjahr 2010″ nicht nochmal überdenken sollte…

  1. * +++ Breaking News: Jan meint, er habe noch nicht genug zu tun und will auch die Musik machen. +++ Habe ich ja absolut nichts gegen, aber da ja auch noch etliche Monde ins Land gehen werden. bis das mit der Musik akut wird, habe ich die Suchanzeige erstmal drin gelassen.
  2. ** Noch kein deutscher Starttermin, lief im Sommer schon mal vorab auf dem Fantasy Filmfest. DVD und Score-CD (und Blu-Ray, natürlich) sind in England aber schon erhältlich. Der Film ist vermutlich mein Lieblingsfilm von 2009. Ende der Werbung.
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