Making Movies – with sound

16. Juni 2010 · 22:00
von Don

Nachdem, wie OJ bereits andeutete, die Kommunikation wieder auf ein regelmäßiges Maß hochgefahren wurde, fängt die Arbeit auch wieder an, ein bisschen voranzuschreiten.

Das IRL stattgefundene Treffen hat ebenfalls deutlich dazu beigetragen, die eine oder andere Frage zu beantworten.

Nun ist die große Frage, die uns alle beschäftigt:

Wo sind wir also?*

Es existieren mittlerweile 3-D Modelle von nehezu allen Szenen bis Folge 3, sowie die ersten zaghaften Versuche, daraus auch wirklich bewegte Bilder zu erschaffen. Diese sind auch gar nicht mal so schäbig, wenn es auch für die nächste Oscar-Nominierung noch nicht ganz reichen dürfte. Daran arbeiten wir aber, man braucht ja schließlich auch Langzeitaufgaben. Das Ganze ist zumindest immer netter anzusehen, was, wenn es auch für ein Hörspiel unsinnig erscheinen mag, sehr hilfreich ist, weil es das Arbeiten erleichtert bzw. die Anfälle von latentem Augenkrebs vermindert.

Desweiteren ist es uns gelungen, besagte bewegte Bilder erstmals mit Geräuschen zu kombinieren, so das man jetzt langsam wirklich dem Glauben unterliegen könnte, irgendetwas (in diesem Fall ein Gitarrensound) bewege sich nachvollziehbar von links nach rechts durch einen Raum. Ich persönlich halte das für einen Schritt in die richtige Richtung.

Nun sind noch solche Kleinigkeiten zu erledigen wie:

  1. Alle Szenen nach einem von OJ erstellten Timecode durchzuprogrammieren und dann zu animieren
  2. Nach erfolgreicher Verlinkung aller Emitter mit den dazugehörigen Soundelementen: Probehören
  3. Alles nochmal neu machen, weil sich das nicht so anhört, wie der Meister das gerne hätte
  4. Schritte 2-3 mindestens 2 Mal durchführen, bis alle Beteiligten wirklich zufrieden sind
  5. Ungläubig feststellen, dass der 45. Geburtstag des Autors dieses Beitrages mit der Fertigstellung dieses Jahrhundertprojektes zusammenfällt.

Nebenher wollte ich eigentlich noch am Making-Of basteln, was alleine genommen schon ein Vollzeitjob zu werden droht, aber das erscheint – zumindest jetzt – irgendwie gar nicht mehr so wild.

Ich hatte erwähnt, dass ich gerade einen neuen Job angenommen habe, deshalb täglich mit einer aufgrund von 3 Tonnen Input total vollen Birne nach Hause komme und gerade auch noch WM läuft? Und deshalb eigentlich so ziemlich gar keine Zeit habe?
Nicht? Ach,  Schwamm drüber.

  1. * Zugegeben: Eigentlich ist die wirkliche Frage, die, wann das Ding endlich fertig ist, aber das ist eine andere Geschichte und soll ein anderes Mal erzählt werden.
Kategorie: Mix
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And hope to die

13. Juni 2010 · 15:16
von OJ

Wie versprochen* folgt hier mit Rückbezug auf einen älteren Eintrag einen Fortschrittsbericht über all die Sachen, von denen hier noch nichts zu erahnen ist:

  • Folge 1 ist jetzt endgültig fertig geschnitten und mit Platzhalter-Geräuschen versehen. “Endgültig” hießen allerdings auch schon frühere Zustände, und mit dem Einfügen der endgültigen Geräusche wird sicher auch noch mal ein bisschen am Timing feinjustiert werden müssen.
  • Das Aufnehmen der Platzhalter-Geräusche habe ich auf Basis der ebenfalls zwischenzeitlich erstellten Liste der benötigten Geräusche aller Folgen vorgenommen. (Wenn sich jetzt jemand vorstellt, dass ich dazu eine Stunde lang neben einem Mikrofon auf dem Fußboden gesessen und alberne Dinge getan habe, dann ist das ganz schön nah an der Wirklichkeit.)
  • Temp-Musik habe ich ebenfalls gesucht und eingefügt, und dabei auch gleich etwas darüber gelernt, wie lange eine Pause zwischen zwei Szenen sein darf und soll. Das habe ich aber bisher auch nur für Folge 1 gemacht. (Hierbei habe ich zum Beispiel gelernt, dass es „MUSIK (EMOTIONAL NEUTRAL)“ nicht gibt.)
  • Vor alledem habe ich natürlich Folge 1 nochmal kritisch durchgehört und bei Stellen, die mich nicht vollständig zufriedengestellt haben, nach Alternativ-Takes gesucht und diese dann entsprechend eingebaut.
  • (Dabei sind noch ein paar Stellen – allein in Folge 1 – übriggeblieben, mit denen zumindest Jan und ich nicht 100%ig glücklich sind; aber schon Don, der das Ganze wesentlich weniger oft gehört hat, sind davon die meisten offenbar nicht negativ aufgefallen.)
  • Das Modellieren der Szenen in 3D ist gerade in vollem Gange. Oder wäre es zumindest, wenn Don nicht wesentlich schneller modellieren würde, als ich die Orte skizziere. (Also, ich glaube, für das Modellieren einer Szene braucht er schon länger als ich für das äußerst simple Skizzieren (s. rechts), aber er verbringt mehr Zeit damit, deshalb bin ich an der Stelle auch gerade der Flaschenhals.)

Nicht auf der Liste stand, dass noch ein paar kleine Sprachaufnahmen übrig waren, die aber in der Zwischenzeit (beeindruckend, was man in einem halben Jahr alles schafft…) auch durchgeführt wurden. Mit einer einzigen winzigen Ausnahme: Bei einer Gastsprecherin habe ich nicht genau aufgepasst und ihr die Seite nicht hingelegt, auf der ihr letzter Satz Text stand. Der ist jetzt nicht entscheidend für das Gelingen des großen Ganzen, aber da ich die Dame eigentlich recht häufig sehe, hoffe ich, sie noch einmal für ca. 5 Minuten hier ins “Studio” locken zu können.**

Was auf der Liste stand, aber in der Tat noch offen ist, ist das Aufnehmen der Atemgeräusche, bei uns intern gern “Hechelsessions” genannt. Dabei sind wir aber immerhin einen Schritt näher dran zu wissen, wie das ablaufen soll: statt dem beim letzten Mal beschriebenen “Durchperformen” ganzer Szenen wird es wohl auch hier auf ein Zusammenschneiden von – noch genauer festzulegenden – Atem-Elementen hinauslaufen.

Da all diese Tätigkeiten jetzt immer mehr ständige Absprache erfordern – anstatt dass wie früher einfach “nur” ein paar für alle passende Aufnahmetermine koordiniert werden müssen – haben wir eine regelmäßige IRC-Chatkonferenz ins Leben gerufen. Die zwei Male, die wir diese schon durchgeführt haben, waren auch tatsächlich sehr erfolgreich, so dass leichte Frustmomente, wie es sie in den letzten Monaten bei uns allen vereinzelt gab („Tun die anderen eigentlich auch noch was?!“), in Zukunft hoffentlich vermieden werden können.

  1. * Diesmal hat der Titel gleich viel mehr Bezug zum Beitrag. Wenn man sich den richtigen Kontext dazu denkt, zumindest.
  2. ** Den Satz “Die Sprachaufnahmen sind jetzt fertig” habe ich inzwischen so oft zu allen möglichen 98-prozentigen, 99-prozentigen, 99,5-prozentigen, 99,9-prozentigen usw. Zuständen gesagt, dass ich es mir heute mal spare. Inzwischen habe ich ohnehin die Theorie, dass die letzte Sprachaufnahme kurz vor der Veröffentlichung von Folge 6 stattfinden wird.
Kategorie: Schnitt
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You look so good in blue

11. Juni 2010 · 23:36
von OJ

Vorhin im Flieger nach Hause habe ich in einem Retrospektive-Artikel über „Mad Max“ gelesen, dass der Regisseur und der Produzent den Film ein Jahr lang zu Hause geschnitten haben. Das erinnerte mich an was…

Hallo, liebe Leser. Auch diese ungeplante und viel zu lange Blogpause hat keine dramatische Bedeutung, sondern ist lediglich Folge der Kombination aus bei genauer Betrachtung überraschend hohem Aufwand und dem sogenannten echten Leben.

Und auch diesmal haben wir wieder jede Menge getan, es sind aber bisher halt alles vorbereitende Tätigkeiten im Hintergrund und noch nichts Vorzeigbares. Ich werde da in den nächsten Tagen mal etwas ins Detail gehen. Versprochen.

Am Sonntag gibt’s noch einen, ahem, Workshop, in dem Jan, Don und ich uns mit der visuellen Soundmodellierung, oder wie auch immer man das nennen will, beschäftigen. Damit wir dabei alle was sehen können, ohne uns vor einen Computermonitor quetschen zu müssen, bin ich jetzt glücklicher Besitzer einer kabellosen Tastatur- und Maus-Kombination, die wiederum mindestens ebenso sehr für diesen Blogeintrag verantwortlich ist wie der eingangs erwähnte Artikel über “Mad Max”. Denn ich sitze gerade auf der Couch, habe die Füße auf dem Couchtisch und tippe diesen Eintrag in mein Netbook, das wiederum am Fernseher angeschlossen ist. (Ich musste halt irgendwie ausprobieren, ob das wirklich geht.)

An dieser Stelle beende ich für heute das konfuse Gefasel, denn ich muss ins Bett. Ich wünschte, ich könnte sagen, das liegt daran, dass ich zu viel fürs Hörspiel getan habe.*

  1. * Der Tageszeit und der Schwammigkeit des Themas dieses Eintrags ist übrigens auch die Beliebigkeit des Titels geschuldet, der einfach die aktuelle Textzeile des gerade laufenden Songs war, als ich nach einem Titel suchte. Nicht dass meine Titel hier sonst mehr Sinn machen würden.
Kategorie: Allgemeines
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Hörspiele und bunte Bilder

8. Januar 2010 · 00:08
von Don

So langsam nimmt die Sache Form an.
Wie Jan ja mal erwähnte, ist einfaches Stereo für Waschlappen, nein, das muss, wenn schon, in 5.1, oder 11.1 oder was auch immer abgemischt werden.
Na gut, dachte ich mir damals. Vielleicht ’n bisschen übertrieben, aber hey, ist schon irgendwie cool.

Wie auch schon erwähnt, wird zu diesem Zweck für jede einzelne Szene eine grobe 3-D-Skizze angefertigt, in die dann Verknüpfungen zu den Sounddateien gesetzt werden, dann animiert man das ganze und lässt da entsprechend die virtuellen Puppen tanzen.

So war der Plan.

Mittlerweile sind wir bei dem Detailgrad „Sone Tür hat doch Türangeln, oder? Dann programmier ich da halt welche rein. Ich weiß, dass man die nicht sieht. Aber das gehört so. Außerdem sieht’s schick aus.“ angekommen.
Ich bin nicht sicher, wohin das noch führen wird, aber wenn die Kurve anhält, können wir nächstes Jahr einen (sehr rudimentären) Trickfilm rausbringen.
Ist das Sinn der Sache?
Hm. Ich weiß nicht…

Aber es macht Spaß!

Kategorie: Mix
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Reifeprozeß

18. Oktober 2009 · 15:29
von Jan

Als ich vor fast einem Jahr darüber schrieb, wie die Kulissen für die Hörspielszenen erstellt werden sollen, klang das Ganze vielleicht ein wenig zu „professionell“. Diesen Eindruck möchte ich gern etwas revidieren, da ja alle beteiligten Personen nicht beruflich mit Hörspielen oder Soundmischung zu tun haben.

Ganz so einfach, wie ich mir das ursprünglich vorstellte, war es dann doch nicht mit dem Erstellen der Audio-Setups für die Szenen. Das lag auch daran, daß die Software, die ich einsetzen wollte, ihre Grenzen an der Stelle hatte, wo für mich eigentlich der Nutzen lag: räumliche Positionierung von Klangquellen und entsprechende Ortbarkeit bei der Wiedergabe. Ich habe also, seitdem die Dialoge der ersten Szene komplett aufgenommen sind, verschiedene Lösungen probiert. Im Mittelpunkt stand dabei immer, den gesamten Mix mindestens zweidimensional (Ebene) zu erhalten, damit sowas wie „vorne“ und „hinten“ auch noch im Stereo-Mixdown bestimmbar wäre.

Ein vielversprechender Ansatz war, direkte Schallquellen mit ihrem Raumhall zu mischen, damit die Ortbarkeit erhalten bleibt. Das führte allerdings dazu, daß pro eingebundenes Geräusch ein eigener Kanalzug in unserer Audioproduction-Software fällig wurde, genaugenommen zwei: trocken und mit Hall. Auch die Position der Geräusche ließ sich im Kanal angeben, aber in Relation zu den anderen Geräuschen einer Szene wurde die Sache schnell extrem unübersichtlich. Außerdem mußte ich pro Geräusch aufgrund seiner relativen Position zum Zuhörer berechnen, welche Lautstärke- und Positionseinstellungen im Kanalzug angegeben werden. Nachdem ich Szene 1 unseres Hörspiels auf diese Weise aufbereitet und Oj das Resultat präsentiert hatte, ernüchterten mich zwei Dinge sofort:
1. Der riesige Zeitaufwand für das Erstellen einer ganzen Szene, komplett mir allen erforderlichen Geräuschen, Foleys (die jetzt noch gar nicht dabei waren) und Dialogen.
2. Daß Oj sagte, daß er gerne noch etwas geändert haben möchte…alles nochmal anfassen

Man mag es kaum glauben, aber ich habe sogar ein ordentliches Konzept erstellt, das eine Anforderungs- und Lösungbeschreibung enthält (der Beruf läßt grüßen…), um eine einigermaßen vernüftige Arbeitsweise für Szenenerstellung und -verwaltung zu erhalten. Wichtig war ja auch, daß keine weiteren Kosten verursacht werden sollen. Möglicherweise ist die Lösung aber nicht weniger abenteuerlich als die Erfahrungen, die ich bis jetzt bei der Szenenerstellung gesammelt habe.
Um hier nicht den Rahmen zu sprengen kurz die Features:

– Modellierung der Szenen als dreidimensionale Umgebungen in einem auf Python basierenden, als 3D-Renderer und Game-Engine nutzbaren Freeware-Programm (eindeutig genug?)
– Verwaltung wirklich aller Klangereignisse in Metaform (keine Waves) in dem angesprochenen Format (komplett mit 3D-Positionen, Intensitäten, usw.)
– Kommunikation über OSC (Open Sound Control) mit unserer Audioproduction-Software, um die Positions-, Bewegungs- und Auslöser-Daten zu übertragen
– Alle Geräusche befinden sich in einem Sampleplayer und werden den Meta-Geräuschen der Szene zugeordnet und via OSC ausgelöst

Ja, es stimmt, die Sache läßt sich nicht ohne Programmierung erledigen (Python und C++), aber irgendwas ist ja immer…

Ich verspreche mir von dieser Lösung, daß endlich mehr als eine Person gleichzeitig an der Erstellung der Szenen arbeiten kann und wir so einen Teil der „verlorenen“ Zeit wieder einholen können. Voraussetzung dafür ist natürlich, daß wir genau wissen, was in den Szenen passieren soll;)

Kategorie: Mix
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