Das erste Mal…

17. Januar 2009 · 20:48
von OJ

Heute war der erste Aufnahmetag. Um mit etwaigen Anlaufschwierigkeiten nicht mehr Leute zu belasten als unbedingt nötig, haben wir heute nur eine Gastsprecherin eingeladen. Wirkliche Schwierigkeiten gab es zwar gar nicht — auch, weil Jan und ich die Verbesserung der Akustik mittels aufgehängter Tischdecken am Donnerstag schon mal vorbereitet und probeaufgenommen hatten –, aber es war dennoch gut, dass wir nur mit kleiner Besetzung aufgenommen haben, da sich erst im Laufe des Tages etwas Routine einstellte.

Gegen 18 Uhr wurde dann langsam klar, dass wir „durch“ waren. Wir haben zwar nur etwa die Hälfte der in dieser Besetzung möglichen Szenen aufgenommen, aber es war nie der Plan, das wirklich alles heute zu schaffen. So wissen wir jetzt, dass wir ca. 2,5 bis 3 Seiten pro Stunde aufnehmen können (bei Gastsprechern wegen deren „Warmlaufphase“ vermutlich etwas weniger), und dass ein kompletter Arbeitstag dann auch alles ist, was wir schaffen können; die Albernheit und Lachflashes (nicht, dass es sonst besonders ernst zugegangen wäre) beim Aufnehmen der vorletzten Szene, ausgelöst durch den an und für sich harmlosen Satz: „Oh… Ich hatte es mir viel größer vorgestellt“ war ein deutliches Anzeichen, langsam mal Schluss zu machen.

Weil ich ja Statistiken mag: In gut 8,5 Stunden (einschl. Mittagspause) haben wir heute etwas über 20 Seiten — etwa 15 % des Drehbuchs — aufgenommen. Der Folgetermin am kommenden Samstag (24. Januar) wird wegen diverser Ereignisse und Termine nur 7,5 Seiten und hoffentlich nicht mehr als drei Stunden umfassen, den Samstag darauf (31. Januar) wird es dann wieder ein ganzer Tag.

Kategorie: Sprachaufnahmen
Schlagwörter:  ·  ·  · 

First blood

10. Januar 2009 · 20:15
von OJ

Trotz einer tragischen Papierschnittverletzung gestern beim Kopieren, die zu einigen leicht blutverschmierten Drehbuchseiten führte* und der Absage eines Sprechers und zweier „Beisitzer“ heute mittag aus akuten Krankheitsgründen waren die beiden Hauptsprecher bei mir und wir konnten im kleinen Kreise in meinem Wohnzimmer unseren Read-through abhalten.

Das war, wie erwartet, ein hochinteressantes Ereignis und sehr erfolgreich: Wir haben in ziemlich genau fünf Stunden alle sechs Folgen durchgesprochen, einiges geklärt, eine noch dringend zu überarbeitende Passage gefunden, und ich bin jetzt voller Vorfreude auf die eigentlichen Aufnahmen, die — das kann ich jetzt enthüllen — am kommenden Samstag beginnen werden.

Das wird auch nicht von den Terminabsprachen getrübt, die sich wie schon befürchtet im Verlauf der Woche als sehr zeitraubend herausgestellt haben. Aber auch das wird noch; die Gastsprecher für Folge 1 sind fast alle bereits eingeladen, und die Termine mit den anderen werden sich auch zwischen Ende Januar und März finden lassen.

  1. * Auch wenn das bei mir jetzt nicht so ungewöhnlich ist — have I told you about my condition?
Kategorie: Vorbereitung
Schlagwörter:  · 

Ascent

8. Januar 2009 · 20:30
von OJ

Ich habe jetzt die zweite Fassung des Drehbuchs* fertig, drucke sie gerade aus und vervielfältige sie morgen im Copyshop, was sich jetzt gerade beim Schreiben wahnsinnig professionell anhört und (nach drei Textmarkern und einer Packung Post-It-Pagemarker) die erste echte Ausgabe für das Hörspiel darstellen wird. Diese Fassung ist nicht nur eine Überarbeitung nach relativ langer Pause — was ja immer gut dafür ist, offensichtliche, blöde Fehler zu finden — sondern enthält auch schon Erfahrungen aus dem Vorsprechen — z.B. Änderungen am teilweise unerträglichen Geschwafel eines Charakters, den ich mal „die große Erklärerin“ nennen möchte — und meinem davon inspirierten Einmal-komplett-laut-Vorlesen, sowie auch schon Input der beiden Hauptdarsteller.

Zu meiner großen Freude bedeutet dies dann auch endlich das Ende der „anderthalbten Fassung“ des Drehbuchs, auf die ich das eine oder andere Mal während der Probeaufnahmen angesprochen wurde, obwohl das alles ganz logisch war: Die erste Fassung war die Version, von der ich das erste Mal glaubte, sie anderen Leuten zum Lesen geben zu können. Die zweite Fassung sollte eigentlich die Version sein, in der alle zwischen Februar und dem Vorsprech-Beginn im Oktober gemachten Anmerkungen umgesetzt waren — zu der bin ich bloß leider nie gekommen. Stattdessen habe ich nur Folgen 1 und 2 überarbeitet (weil Folge 1 und Teile von Folge 2 auf jeden Fall im ersten Aufnahmeblock aufgenommen werden sollten**). Da Seite 53 bis 154 mit der ersten Fassung identisch waren, habe ich die Version, die ich für die Vorsprechen dreimal ausgedruckt habe, eben „anderthalbte Fassung“ genannt.

Und weil ich ein Exemplar der ersten Fassung bereits ausgedruckt hatte und nur die ersten 52 Seiten ersetzt habe, die allerdings durch die Änderungen auf 53 Seiten erweitert worden waren, gab es Seite 53 in einem Exemplar doppelt und bei den beiden anderen stimmten die Seitenzahlen >52 nicht überein, was zu hunderttausend lustigen Fehlversuchen beim Finden irgendwelcher Textstellen führte. Sagte ich schon, dass ich mich darüber freue, eine neue Version zu haben?

Viel schöner ist aber der Grund für meinen morgigen Copyshop-Besuch: der für Samstag angesetzte, gemeinschaftliche Table read-through, denn darauf freue ich mich sehr, seit ich das erste Mal in irgendeinem Making of mit dem Konzept in Berührung kam. Als ob es nicht schon faszinierend genug wäre, dass Leute Dialoge spielen, die ich geschrieben habe …

  1. * Kann mir jemand sagen, wie das bei Hörspielen genau heißt? Nur „Buch“? „Skript“? Googeln nach „hörspiel drehbuch“ findet zwar genügend Treffer, dass ich mir deswegen keine großen Sorgen mache, aber trotzdem.
  2. ** Auch wenn wir jetzt alles am Stück und wild durcheinander aufnehmen, weshalb das relativ sinnfrei war.
Kategorie: Vorbereitung
Schlagwörter:  · 

Uh uh – deja vu…

4. Januar 2009 · 22:39
von Don

So, nun scheint’s langsam wirklich loszugehen.

Freu.

Nun überkommt mich aber gerade jetzt, wo ich enigermaßen stark erkältet vor dem Rechner sitze, ein ziemliches deja vu.

Damals, so anno 2004 hab ich mal mit ein paar Freunden „Viel Lärm um nichts“ auf die Beine gestellt und mich bei der Rollenverteilung gegen den Don Pedro und für den Benedict entschieden , weil mir die Rolle des ersteren zu klein war.

Und jetzt mach ich das wieder. Ich Depp.

Ich möchte betonen, dass ich einen 30-Stunden- Job angenommen habe, weil ich darauf stehe, zu faulenzen und bis nachmittags um 14 Uhr zu schlafen.

Ist das weise?

Meinungen dazu bitte für sich behalten.

Kategorie: Sprachaufnahmen
Schlagwörter: