1 down…

15. Juni 2011 · 12:00
von Don

Es ist unglaublich.
Letztens wurde ich Zeuge eines sogenannten ‘Premixes’ von Folge 1.

Jan “the Mixer” Mahn sei Dank.

Es ist immer noch nicht das, was mal das Licht der Öffentlichkeit erblicken wird – davon sind wir immer noch weit entfernt – aber das Ergebnis lässt einen erahnen, Dass daraus wirklich mal was werden könnte. Und das stimmt schon mal einigermaßen froh.

Mal zum Vergleich: Vor einem halben Jahr war bei diesem Marathonlauf die Ziellinie noch nicht mal zu erahnen. Sie war ein Gerücht, dass sich hartnäckig hielt, von dem unter den Zuschauern am Rande der Laufstrecke und ab und zu auch vom Trainer selber getuschelt wurde, an das man als Beteiligter aber nicht wirklich geglaubt hat. Nach jeder Kurve tat sich bisher jedes Mal eine neue lange Gerade auf, die in einer weiteren Kurve endete. Was sollte daran jemals anders werden? Einzig und allein die Tatsache, dass die ganzen Blasen, die man sich bisher gelaufen hat, doch bitte nicht umsonst gewesen sein mögen, hat einen weiter glauben und laufen lassen.

Und ehrlich gesprochen: Vor ungefähr vier Wochen war ich kurz davor, mir die metaphorischen Laufschuhe auzuziehen und mich nach einer anderen Sportart umzusehen, weil mir das ganze – sprich die immer länger werdenden Pausen zwischen den einzelnen sehr bescheidenen Etappenerfolgen – deutlich zu anstrengend wurden.

Dann aber geschah es, – ich weiß nicht ob der Drohung meinerseits, den ganzen Mist hinzuwerfen, wenn nicht bald was passiert, oder wegen anderen Dingen – dass eine zweite, längst überfällige Soundaufnahmesession erfolgte, die erstaunlich produktiv war und erahnen ließ, dass alle Beteiligten immer noch – zumindest mit dem Herzen – voll bei der Sache sind.

Jetzt ist das, was früher nicht mal zu erahnen war, als ein kleiner ferner Punkt in der Ferne zu erkennen. Zwar nur, wenn man ein gutes Fernglas hat und die Luft klar ist, aber er ist vorhanden und man kann ihn sehen. Das Ziel ist in Sicht.

Um jetzt mal wieder 2 Gänge zurück zu schalten: Dieses Zwischenergebnis hier und jetzt zu veröffentlichen, wäre allerdings zu viel des Guten, weil immer noch a bisserl was fehlt, nämlich so Kleinigkeiten wie Musik und so. Darüber hinaus wäre es nicht Sinn der Sache und würde die Vorfreude versauen, denn schließlich soll dieses Kunstwerk ja irgendwann in seiner Endform auf den Markt gebracht werden mit dem Ziel, uns alle reich und berühmt zu machen.

Äh.

Irgendwann allerdings,  eines schönen Tages, wird es soweit sein, dass sich mehr als 3 Menschen an dem Ergebnis von mehr als 2 Jahren Arbeit erfreuen können.

So viel ist sicher.

Ich bin entzückt!

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Bang bang, you’re dead

10. Juli 2010 · 11:44
von OJ

In meinem kürzlich beendeten Urlaub auf Balkonien — bzw. oftmals eben auch vor dem Rechner — habe ich das schon mal erwähnte Einfügen von Platzhaltergeräuschen und damit das Festlegen des Folgen-Timings nun auch für Folge 2 abgeschlossen.

Mir fiel dabei auf, dass es ja vielleicht den Interessen unserer Zielgruppe entsprechen könnte, auch mal nicht nur was darüber zu lesen. Deshalb im Folgenden ein kleines Experiment, das in anderen Kontexten vielleicht als „Podcast“ bezeichnet würde:

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

(Das Ganze sollte ein bisschen nach der Sendung mit der Maus klingen; rausgekommen ist aber wohl eher Michael Kessler als Günther Jauch.)

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And hope to die

13. Juni 2010 · 15:16
von OJ

Wie versprochen* folgt hier mit Rückbezug auf einen älteren Eintrag einen Fortschrittsbericht über all die Sachen, von denen hier noch nichts zu erahnen ist:

  • Folge 1 ist jetzt endgültig fertig geschnitten und mit Platzhalter-Geräuschen versehen. “Endgültig” hießen allerdings auch schon frühere Zustände, und mit dem Einfügen der endgültigen Geräusche wird sicher auch noch mal ein bisschen am Timing feinjustiert werden müssen.
  • Das Aufnehmen der Platzhalter-Geräusche habe ich auf Basis der ebenfalls zwischenzeitlich erstellten Liste der benötigten Geräusche aller Folgen vorgenommen. (Wenn sich jetzt jemand vorstellt, dass ich dazu eine Stunde lang neben einem Mikrofon auf dem Fußboden gesessen und alberne Dinge getan habe, dann ist das ganz schön nah an der Wirklichkeit.)
  • Temp-Musik habe ich ebenfalls gesucht und eingefügt, und dabei auch gleich etwas darüber gelernt, wie lange eine Pause zwischen zwei Szenen sein darf und soll. Das habe ich aber bisher auch nur für Folge 1 gemacht. (Hierbei habe ich zum Beispiel gelernt, dass es „MUSIK (EMOTIONAL NEUTRAL)“ nicht gibt.)
  • Vor alledem habe ich natürlich Folge 1 nochmal kritisch durchgehört und bei Stellen, die mich nicht vollständig zufriedengestellt haben, nach Alternativ-Takes gesucht und diese dann entsprechend eingebaut.
  • (Dabei sind noch ein paar Stellen – allein in Folge 1 – übriggeblieben, mit denen zumindest Jan und ich nicht 100%ig glücklich sind; aber schon Don, der das Ganze wesentlich weniger oft gehört hat, sind davon die meisten offenbar nicht negativ aufgefallen.)
  • Das Modellieren der Szenen in 3D ist gerade in vollem Gange. Oder wäre es zumindest, wenn Don nicht wesentlich schneller modellieren würde, als ich die Orte skizziere. (Also, ich glaube, für das Modellieren einer Szene braucht er schon länger als ich für das äußerst simple Skizzieren (s. rechts), aber er verbringt mehr Zeit damit, deshalb bin ich an der Stelle auch gerade der Flaschenhals.)

Nicht auf der Liste stand, dass noch ein paar kleine Sprachaufnahmen übrig waren, die aber in der Zwischenzeit (beeindruckend, was man in einem halben Jahr alles schafft…) auch durchgeführt wurden. Mit einer einzigen winzigen Ausnahme: Bei einer Gastsprecherin habe ich nicht genau aufgepasst und ihr die Seite nicht hingelegt, auf der ihr letzter Satz Text stand. Der ist jetzt nicht entscheidend für das Gelingen des großen Ganzen, aber da ich die Dame eigentlich recht häufig sehe, hoffe ich, sie noch einmal für ca. 5 Minuten hier ins “Studio” locken zu können.**

Was auf der Liste stand, aber in der Tat noch offen ist, ist das Aufnehmen der Atemgeräusche, bei uns intern gern “Hechelsessions” genannt. Dabei sind wir aber immerhin einen Schritt näher dran zu wissen, wie das ablaufen soll: statt dem beim letzten Mal beschriebenen “Durchperformen” ganzer Szenen wird es wohl auch hier auf ein Zusammenschneiden von – noch genauer festzulegenden – Atem-Elementen hinauslaufen.

Da all diese Tätigkeiten jetzt immer mehr ständige Absprache erfordern – anstatt dass wie früher einfach “nur” ein paar für alle passende Aufnahmetermine koordiniert werden müssen – haben wir eine regelmäßige IRC-Chatkonferenz ins Leben gerufen. Die zwei Male, die wir diese schon durchgeführt haben, waren auch tatsächlich sehr erfolgreich, so dass leichte Frustmomente, wie es sie in den letzten Monaten bei uns allen vereinzelt gab („Tun die anderen eigentlich auch noch was?!“), in Zukunft hoffentlich vermieden werden können.

  1. * Diesmal hat der Titel gleich viel mehr Bezug zum Beitrag. Wenn man sich den richtigen Kontext dazu denkt, zumindest.
  2. ** Den Satz “Die Sprachaufnahmen sind jetzt fertig” habe ich inzwischen so oft zu allen möglichen 98-prozentigen, 99-prozentigen, 99,5-prozentigen, 99,9-prozentigen usw. Zuständen gesagt, dass ich es mir heute mal spare. Inzwischen habe ich ohnehin die Theorie, dass die letzte Sprachaufnahme kurz vor der Veröffentlichung von Folge 6 stattfinden wird.
Kategorie: Schnitt
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The road goes ever on

19. November 2009 · 18:54
von OJ

Nachdem ich wie gesagt vergangene Woche das mich seit März latent nervende Umschreiben der Endszene hinter mich gebracht habe, habe ich endlich wieder richtig Freizeit kann ich mich nun anderen anstehenden Aufgaben widmen. Zum einen ist da natürlich „das Übliche“, also das Schneiden der aufgenommenen Takes zu den endgültigen Szenen (wäre eigentlich am Wochenende noch dran gewesen, hatte ich aber am Samstag keine Energie mehr für, und am Sonntag keine Zeit), das (in letzter Zeit arg schleifen gelassene) Organisieren der verbleibenden Sprechertermine und das (sehr spaßige, aber auch enorm zeitaufwändige) Durchhören der Aufnahmesessions auf interessante Albernheiten, vulgo Outtakes.

Eigentlich hatte ich immer gesagt, dass ja nach den Aufnahmen die Zeit kommt, in der ich mich nach Jahren des Drehbuchschreibens und im Endeffekt vermutlich auch eines Jahres Sprechproben und Aufnahmen etwas zurücklehnen und Jan die Arbeit machen lassen kann. Es stellt sich bloß langsam heraus, dass es in der Postproduction so viel zu tun gibt, dass ich das Jan nicht allein zumuten kann, schon gar nicht als frischgebackener Vater. Also haben wir neulich mal ein bisschen skizziert, wie ich oder ggf. auch andere Leute behilflich sein können. Das Durchschauen des mit Jans und Sumires HD-Videokamera aufgenommenen Behind-the-scenes-Materials haben wir z.B. bereits an Don abgegeben, aber für mich bleiben nach dem neulich gefassen Plan noch Themen wie:

Durchhören der bisher fertig geschnittenen Szenen. Sozusagen die „Endabnahme“ der Szenen. Gerade am Anfang habe ich einfach den bei der Aufnahme als optimal markierten Take genommen und vielleicht noch einen Satz oder zwei ersetzt, wenn ein auffälliger Versprecher drin war. Inzwischen bin ich dazu übergegangen, für jeden Satz, den ich nicht 100%ig perfekt finde — o Wunder, sowas gibt’s dann beim In-Ruhe-nochmal-Durchhören relativ oft doch noch –, in allen Takes eine bessere Version zu suchen. Das könnte ich damit für mindestens die bis März/April aufgenommenen Sessions nachholen.

Einfügen von Platzhalter-Geräuschen. Das habe ich für die ersten acht Szenen oder so Anfang des Jahres mal gemacht, aber damals bei unserer sehr kurzen (und rückblickend vielleicht etwas verfrühten) Serie mit Soundmix-Beispielen nicht mitveröffentlicht, weil es ganz schön peinlich war. Das ist noch eine wichtige Regie-/Schnitt-Aufgabe, weil erst dadurch das Timing der Szene endgültig festgelegt wird.

Liste der benötigten Geräusche erstellen. Das ergibt sich quasi nebenher beim Einfügen der Platzhalter-Geräusche und erzeugt kaum Zusatzarbeit, wenn ich etwas überlegt vorgehe. Hier ist natürlich der Vorteil, dass Jan mit einer solchen Liste etwas besser einschätzen kann, in wieviel Varianten er z.B. die Geräusche eines Sessels aufnehmen muss.

Unterstützung beim Aufnehmen und Schneiden der Geräusche nach der o.g. Liste. Muss man, glaube ich, nicht groß erklären, aber es ist natürlich ziemlich zeitraubend.

Temp-Musik finden und einfügen. Sowas ist bei Filmen ja gang und gäbe, und gerade in Anbetracht unserer Musiker-Situation* ist es sicher auch bei uns sinnvoll, die momentan nur als „MUSIK (SPANNEND)“ oder „MUSIK: TIME-CUT (HOFFNUNGSVOLL)“ oder so vorhandenen Musikpausen auch außerhalb meines Kopfes etwas konkreter zu machen. Wie einer unserer Sprecher so richtig bemerkte, ist der Score zu „Moon“** ein guter Ausgangspunkt. Ich zögere lediglich etwas, weil ich Angst habe, meine Lieblingsmusik („Moon“ und andere) durch hundertmaliges Hören kurzer Passagen auf ewig nur noch mit diesem Hörspiel zu verbinden.

Modellieren der Szenen in 3D und Einstellen der Bewegungen. Das klingt jetzt vielleicht etwas esoterisch — ich habe Jans Grobkonzept zu dem Thema erst richtig verstanden, oder vielmehr glauben können, als er mir das mal am Rechner demonstriert hat –, aber ein relativ grobe 3D-Darstellung der einzelnen Handlungsorte einschließlich der Platzierung und Bewegung der Geräusch- und Dialogquellen (auch „Sprecher“ genannt) erlaubt — nach der enorm aufwändigen Vorarbeit, die Jan gerade leistet — dann ein relativ einfaches Ermitteln des Sounds am jeweiligen Audiofokus, sozusagen der „Kameraposition“ — nicht zuletzt im Hinblick auf einen x.1-Surround-Mix. <handwedel/> Das hast du jetzt nicht gelesen. Du wirst nach Hause gehen und Dein Leben überdenken.

Atemgeräusche aufnehmen. Das „automatische Mitaufnehmen“ von Atemgeräuschen der zuhörenden Sprecher hat sich leider nicht so sehr bewährt. Auf jeden Fall schon mal deshalb, weil bei den beiden Hauptsprecher-Mikrofonen das Übersprechen des gerade Sprechenden am anderen Mikro lauter ist als das Atmen des direkt vor dem Mikro stehenden Sprechers. Und das Atmen, was dann manchmal doch zu hören ist, lässt oft weniger auf „oh, wie interessant/bewegend, was der oder die andere da gerade sagt“ schließen als auf „hoffentlich verpasse ich gleich meinen Einsatz nicht oder verspreche mich wieder bei diesem einen Satz“. Deshalb wollen wir unsere drei wichtigsten Sprecher ihre gesamten Szenen noch mal als reine „Atmer“ durchspielen lassen. Das muss dann natürlich auch wieder geschnitten und dazugemixt werden.

Es gibt also noch ein bisschen was zu tun. Wenn ich mir das so angucke, frage ich mich, ob ich die derzeit in der FAQ geäußerte Schätzung von „Frühjahr 2010“ nicht nochmal überdenken sollte…

  1. * +++ Breaking News: Jan meint, er habe noch nicht genug zu tun und will auch die Musik machen. +++ Habe ich ja absolut nichts gegen, aber da ja auch noch etliche Monde ins Land gehen werden. bis das mit der Musik akut wird, habe ich die Suchanzeige erstmal drin gelassen.
  2. ** Noch kein deutscher Starttermin, lief im Sommer schon mal vorab auf dem Fantasy Filmfest. DVD und Score-CD (und Blu-Ray, natürlich) sind in England aber schon erhältlich. Der Film ist vermutlich mein Lieblingsfilm von 2009. Ende der Werbung.
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