Not with a bang but with a whimper

24. November 2008 · 15:59
von OJ

Man kennt das ja aus dem Projektgeschäft: Jede Phase, die keinen absolut beinhart festdefinierten Endtermin durch Lizenzablauf, Serverabschaltung, an den Vorstand kommunizierten Going-Live-Tag o. ä. hat, endet nicht, sondern läuft irgendwie schleichend aus, bis keiner mehr so recht dran denkt. Vielleicht fällt jemandem zwei Monate später ein, mal den Fortschrittsbalken der Aufgabe in MS Project auf 100% zu ziehen.

Und da wir keine festen Aufnahmetermine haben, weil wir sie nicht wirklich brauchen und ihre Einhaltung von unbezahlten Freizeitsprechern auch nicht verlangen könnten, ist das nun auch mit den Sprechproben so, wie’s scheint. Obwohl wir immer noch Einzelne auf der Liste haben, die glaubhaft versichern, noch vorsprechen zu wollen, haben wir uns am vergangenen Samstag — eine Woche nach dem geplanten Endtermin des Vorsprechens — zusammengesetzt, unsere bisherigen Eindrücke abgeglichen und begonnen Rollen zu besetzen. Auch wenn wir mit bestimmten, nicht unwichtigen Rollen noch Probleme haben, haben wir schon begonnen, den ersten Sprechern bescheid zu geben und werden das die nächsten Tage fortführen. Bei einigen wird sich das aber bis nach dem kommenden Wochenende hinziehen. (Abweisen mussten wir übrigens niemanden, falls das schon mal die Spannung senkt.)

Meine To-Do-Liste momentan:

  • Besetzung klären
  • Letzte Sprechproben durchführen
  • Proben- und Aufnahmetermine vereinbaren
  • Drehbuch für Folgen 3 – 6 überarbeiten
  • Sounddesign unterstützen

Aktuelle Statistik: 77 Eingeladene; anderthalb offene Termine mit 3 Sprechern; 4 ausstehende Fern-Vorsprechen; 10 allgemeine Zusagen; 28 durchgeführte Sprechproben; 9 Absagen

Letzter Film: „Thirteen Days“, allein an zwei Abenden im Rahmen meiner Präsidentschaftwochen

Kategorie: Vorbereitung
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If I fall moondust will cover me

7. November 2008 · 12:32
von OJ

Langsam merke ich einen Anflug von Erschöpfung. Letztendlich hatte ich zwar nicht mal jeden zweiten Tag ein Vorsprechen (neun Termine in 20 Tagen), aber mit einem Vollzeitjob* tagsüber und noch der einen oder anderen privaten Verabredung oder Veranstaltung ist echte freie Freizeit – „me time“ sozusagen – doch etwas rar geworden.

Das Überarbeiten des Drehbuchs gewinnt langsam an Dringlichkeit (sicher kaum vorm Jahreswechsel, aber der ereilt einen ja üblicherweise immer viel schneller als man Anfang November für möglich hält), aber ich habe einfach keine Energie dafür. Ich hoffe, mein derzeitiger Plan funktioniert, nämlich, dass ich mir einfach mal eine Pause vom Schreiben nehme (d. h. in der U-Bahn zur und von der Arbeit stattdessen lese oder aus dem Fenster gucke), um dann nach Beendung der Sprechproben wieder voller Elan an die Dialoge zu gehen. Was für grauenhafte Grammatikmonster einige meiner Sätze in den seit Februar unbearbeiteten Folgen 3 bis 6 sind, merke ich erst, wenn ich Leuten zuhöre, die versuchen, diese Sätze natürlich (oder überhaupt) auszusprechen. „George, you can write this shit, but you can’t say it,“ soll Harrison Ford bei den Dreharbeiten zum ersten „Star Wars“-Film gesagt haben, und ich weiß, was er meint.

Was die Sprechproben natürlich auch auslösen, ist, dass einzelne Rollen sich in meinem Innersten langsam „besetzt“ anfühlen. Nein, ich verrate keine (Rollen- oder Sprecher-) Namen, und wenn noch jemand idealeres um die Ecke kommt, ist auch noch alles offen, aber es ist schon schön zu merken, dass sich das ganze jetzt wirklich sehr machbar anfühlt.

Meine To-Do-Liste momentan:

  • Sprechproben veranstalten
  • Drehbuch für Folgen 3 – 6 überarbeiten
  • Schlafen

Aktuelle Statistik: 77 76 Eingeladene; 2 vereinbarte (noch offene) Termine mit 3 Leuten; 3 grob geplante Terminen mit 6 Leuten; 11 allgemeine Zusagen ohne konkreten Termin, davon 2 mit Vorbehalt; 2 zeitliche/logistische Problemfälle; 22 durchgeführte Sprechproben; 9 Absagen

Letzter Film: Immer noch „Peter’s Friends“, frakkit.

  1. * Na gut, 35-Stunden-Woche.
Kategorie: Vorbereitung
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„Mit meinem Lebensstil scheine ich ja wirklich enorme Schwierigkeiten zu haben”

29. Oktober 2008 · 10:17
von OJ

Das Drehbuch mit Markierungen für die Vorsprech-Szenen

Obiger Satz ist natürlich eine tolle Wahl für eine Sprechprobe (auch wenn ihn komischerweise kaum jemand „gerührt“ vortragen kann), weil er so das Konzept der „unüberlegten Rede“ ad absurdum führt.* Spannend ist auch, wie viele Möglichkeiten es gibt, den Satz zu betonen („meinem“ oder „Lebensstil“ bzw. „enorme“ oder „Schwierigkeiten“) und damit den Sinn subtil zu verändern. Das sagt wahrscheinlich enorm viel über die Persönlichkeit der Sprecher aus.

Allerdings muss ich zugeben, dass ich den Satz trotzdem jetzt schon nicht mehr so recht hören kann.

Dafür hat Stini gestern ein paar Fotos gemacht. Blogs mit Bildern haben ja generell viel mehr Hits, deshalb will ich sie Euch nicht vorenthalten.

Meine To-Do-Liste momentan:

  • Nachhaken bei eingeladenen Sprechern, die sich nicht gemeldet haben (35)
  • Sprechproben veranstalten (langsam bekomme ich ein Gefühl dafür, wie das geht und versuche mich manchmal sogar an Regieanweisungen, auch wenn es in dieser Phase noch gar nicht um das perfekte Reindenken in die Rollen geht)
  • Drehbuch für Folgen 3 – 6 überarbeiten
  • Schlafen

Aktuelle Statistik: 71 Eingeladene, von denen ich weiß; 4 vereinbarte (noch offene) Termine mit 9 Leuten; 7 allgemeine Zusagen ohne konkreten Termin, davon 2 mit Vorbehalt; 3 zeitliche/logistische Problemfälle; 9 durchgeführte Sprechproben; 2 Absagen, einschließlich Florina

  1. * Vielleicht hat so auch einfach Gina ein bisschen was zu knabbern — okay, war’n Insider, sorry.

Invasion

21. Oktober 2008 · 12:54
von OJ

Am vergangenen Samstag waren Jan, Sumire und Karsten bei mir und wir haben die Technik für die Aufnahme der Sprechproben und später der eigentlichen Dialoge aufgebaut. Damit geht’s nun endlich los, irgendwie. Zumindest war das — also vor allem das verbindliche Planen des Termins vor einer Woche — die letzte Hürde, endlich die Einladungsmails rausschicken zu können. Die stand als einziges hinter der sich endlos hinziehenden Dauerhürde, also eher ein Hügel oder so, das Drehbuch endlich sprechprobentauglich zu bekommen. (Ja, liebe Ich-bin-seit-Februar-erst-im-Herbst-zum-Lesen-gekommen-Korrekteure, ich schaue Euch an. ;) Und mich selbst natürlich auch, der ich erstmal lieber Bücher über sowjetische Arbeitslager gelesen habe.)

Die Rückmeldungen der potentiellen Sprecher sind zwar noch recht wenige, aber ein paar Termine habe ich schon vereinbart und mit Karsten und Meike* schon Spontan-Sprechproben durchgeführt. Das fand ich schauspielerisch schon mal sehr positiv, ich hatte immer etwas Angst, dass „Laienschauspieler“ automatisch „GZSZ-Niveau“ bedeuten würde.

Vor allem habe ich aber aus diesen Sprechproben schon mal was gelernt, und ich meine nicht nur die Bedienung der Technik. Es wäre auch enorm wichtig, dass die Sprecher ungefähr wissen, was sie sprechen wollen oder glauben, sprechen zu können. Trotzdem — und ich glaube, das ist das Allerwichtigste — muss ich mir Gedanken machen, wie ich mir die Charaktere vorstelle, und irgendwie lernen, dem Vorsprechenden möglichst schnell anzusehen (bzw. -hören), was er oder sie am besten sprechen könnte.

Meine To-Do-Liste momentan:

  • Soundbeschreibung der Orte und Szenen schreiben
  • Blog-Design (I mean, look at this)
  • Drehbuch für Folgen 3 – 6 überarbeiten
  • und natürlich: Sprechproben veranstalten (und, wie’s aussieht, wegen Terminen nachhaken)

Aber soll ich Euch was sagen? Es macht Spaß, gerade keine Freizeit zu haben.

Und ein bisschen Statistik: 55 Einladungen, 3½ vereinbarte (noch offene) Termine, 4 allgemeine Zusagen, 3 zeitliche/logistische Problemfälle, 2 durchgeführte Sprechproben, 2 Absagen

Letzter Film: „Peter’s Friends“ auf DVD, letzten Samstag mit Meike nach ihrer Sprechprobe.

  1. * Nicht zu verwechseln mit Moigge. (Ich werde versuchen, so lange wie möglich durch alberne Spitznamen die Nennung von semi-anonymisierten Namen à la „Oliver H.“ zu vermeiden.)
Kategorie: Vorbereitung
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