Bin fast da…

31. Januar 2009 · 21:20
von Don

Ein weiterer Tag, an dem wir es geschafft haben, Meike einen Lachflash zu bescheren ist beendet und es bleibt zu sagen, dass mir dieses Mal der Arm wehtat – naja nicht wirklich, aber zwischendurch etwas überbelastet war, weil ich den halben Tag fleißig für das Making of gefilmt habe.

Wenn wir so weiter machen haben wir bald 90 Stunden sehr amüsante Outakes, 2-3 Stunden Hörspiel, kurzum:

Wir sind fast da…

Kategorie: Sprachaufnahmen
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If I fall moondust will cover me

7. November 2008 · 12:32
von OJ

Langsam merke ich einen Anflug von Erschöpfung. Letztendlich hatte ich zwar nicht mal jeden zweiten Tag ein Vorsprechen (neun Termine in 20 Tagen), aber mit einem Vollzeitjob* tagsüber und noch der einen oder anderen privaten Verabredung oder Veranstaltung ist echte freie Freizeit – „me time“ sozusagen – doch etwas rar geworden.

Das Überarbeiten des Drehbuchs gewinnt langsam an Dringlichkeit (sicher kaum vorm Jahreswechsel, aber der ereilt einen ja üblicherweise immer viel schneller als man Anfang November für möglich hält), aber ich habe einfach keine Energie dafür. Ich hoffe, mein derzeitiger Plan funktioniert, nämlich, dass ich mir einfach mal eine Pause vom Schreiben nehme (d. h. in der U-Bahn zur und von der Arbeit stattdessen lese oder aus dem Fenster gucke), um dann nach Beendung der Sprechproben wieder voller Elan an die Dialoge zu gehen. Was für grauenhafte Grammatikmonster einige meiner Sätze in den seit Februar unbearbeiteten Folgen 3 bis 6 sind, merke ich erst, wenn ich Leuten zuhöre, die versuchen, diese Sätze natürlich (oder überhaupt) auszusprechen. „George, you can write this shit, but you can’t say it,“ soll Harrison Ford bei den Dreharbeiten zum ersten „Star Wars“-Film gesagt haben, und ich weiß, was er meint.

Was die Sprechproben natürlich auch auslösen, ist, dass einzelne Rollen sich in meinem Innersten langsam „besetzt“ anfühlen. Nein, ich verrate keine (Rollen- oder Sprecher-) Namen, und wenn noch jemand idealeres um die Ecke kommt, ist auch noch alles offen, aber es ist schon schön zu merken, dass sich das ganze jetzt wirklich sehr machbar anfühlt.

Meine To-Do-Liste momentan:

  • Sprechproben veranstalten
  • Drehbuch für Folgen 3 – 6 überarbeiten
  • Schlafen

Aktuelle Statistik: 77 76 Eingeladene; 2 vereinbarte (noch offene) Termine mit 3 Leuten; 3 grob geplante Terminen mit 6 Leuten; 11 allgemeine Zusagen ohne konkreten Termin, davon 2 mit Vorbehalt; 2 zeitliche/logistische Problemfälle; 22 durchgeführte Sprechproben; 9 Absagen

Letzter Film: Immer noch „Peter’s Friends“, frakkit.

  1. * Na gut, 35-Stunden-Woche.
Kategorie: Vorbereitung
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Adagio

26. Oktober 2008 · 16:39
von OJ

Aus der simplen Tatsache, dass wir in nicht allzu ferner Zukunft das Jahr 2009 schreiben, lässt sich vermutlich schon ersehen, dass es mit meinem optimistischen Fertigstellungstermin „Frühjahr 2005“ nicht allzu weit her war. Denn nachdem der grobe Rahmen feststand und ich Anfang 2005 begonnen hatte, die Geschichte tatsächlich zu erzählen, gab etwas etwas privaten Tumult, der mich die ganze Idee komplett begraben und vergessen ließ.

Zum Ende des Jahres merkte ich dann aber, dass mir die Geschichte immer wieder in den Sinn kam und ich sie einfach zu Ende erzählen wollte. Deshalb nutzte ich meine einstündigen U-Bahn-Fahrten zur Arbeit und zurück ausführlich dazu, erst die Geschichte als Treatment und dann, so ab Frühjahr 2006, das Drehbuch selbst zu schreiben. Dabei gab es immer wieder Phasen, in denen mir Ideen und/oder Energie fehlte und ich für Tage oder Wochen keine Zeile zu Papier brachte.*

Der große Trick ist, dass ich beim Schreiben Leben um mich herum brauche. Die U-Bahn ist dazu schon ganz gut geeignet, aber noch besser klappt es ein einem Café, wie ich im Dezember 2006 in Amsterdam ausprobiert habe, als der Weg vom Flughafen zum ‚Skek so reibungslos klappte, dass ich eine glatte Dreiviertelstunde zu früh da war. Nach der Jahreswechsel-Hektik habe ich das dann in Hamburg bei den Eisdeerns auf halber Strecke zwischen Arbeit und Zuhause nochmal ausprobiert, was mir so gut gefiel, dass ich von da an ein- bis zweimal wöchentlich dort auftauchte — bis der Frühling nahte und der Laden nonstop voller schreiender oder zumindest lautstark spielender Kinder war, was mich zwar für die Inhaberinnen Moigge und Geeske freute, aber dann doch zu viel Leben zum Schreiben war.

Den Sommer über habe ich dann wieder mehr in der Bahn geschrieben, bin aber im Herbst wieder zu den Eisdeerns zurückgekehrt. Und Hallowe’en 2007 — 18:04, sagt meine Notiz — habe ich dann dort endlich die letzte Szene schreiben können, die ich seit dem ersten Abend im Irish Rover drei Jahre vorher im Kopf gehabt hatte, und Mitte Februar 2008 war dann tatsächlich etwas fertig, das ich mich traute, „erste Fassung“ zu nennen.

Faszinierend war dabei, dass die Länge genau so war, wie ich sie mir vorgestellt hatte. Mir war schnell klar geworden, dass die Geschichte zu lang für ein durchgängiges Hörspiel sein würde; weniger aus Rücksicht auf den Hörer, sondern mehr unseretwegen, weil wir sonst ca. zweieinhalb Stunden Hörspiel hätten aufnehmen und mixen müssen, bevor wir das erste Fitzelchen externes Feedback bekommen hätten. Ich hatte daher immer an sechs Folgen gedacht** und an einigen Stellen Notizen gemacht, dass hier ein mögliches Folgenende wäre. Und wundersamerweise hatte ich auf den Seiten 26, 52, 78 und 130 eine solche Notiz, nur für Seite 104 musste ich ein Folgenende erfinden, aber auch da passte es wunderbar.

(to be concluded)

  1. * Ja, ich schreibe mit der Hand auf Papier und tippe das dann später ab, was gleichzeitig als erste Überarbeitung dient. (Teilweise zwangsläufig, weil ich meine eigene Handschrift aus Bus und Bahn nicht mehr lesen kann.)
  2. ** Keine Ahnung, wie ich auf die Zahl kam; ich fürchte, es könnte was mit Star Wars zu tun haben, ist aber keine Absicht. Und vor allem fängt es nicht bei Folge 4 an. Das große Marketing-Bohei um „Episode I„, auch wenn es schon neun Jahre her ist, ist allerdings der Grund, weshalb ich konstant von „Folgen“ spreche und nie von „Episoden“.
Kategorie: Vorbereitung
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